Andersen Deutschland hält an Zusammenarbeit mit KPMG fest
Andersen-Gesellschaften suchen regional nach Rettern

Die Fusion der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersen Worldwide mit einem Beratungsunternehmen ist vom Tisch. Die Gespräche mit KMPG über eine Fusion der Andersen-Geschäftsbereiche außerhalb der USA seien gescheitert, bestätigte gestern Christoph Groß, Sprecher der Geschäftsführung Andersen Deutschland. Einzelne Landesgesellschaften haben Gespräche mit verschiedenen Wettbewerbern aufgenommen.

sts/wsj/bba/sk DÜSSELDORF/SINGAPUR. Ursprünglich hatte es Pläne gegeben, sämtliche der 83 ausländischen Partner der US-amerikanischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Andersen durch ein Zusammengehen mit KPMG zu retten. Nachdem Arthur Andersen LLP in den USA wegen des Bilanzierungsskandals mit Enron in eine Schieflage geriet, haben sich seine ausländischen Partnergesellschaften intensiv auf die Suche nach potenziellen Fusionspartnern begeben. Einige der Übernahmekandidaten fürchten, dass sie in den Enron-Skandal mit hineingezogen werden.

In Deutschland hält Andersen nach wie vor an einer Zusammenarbeit mit KPMG, dem deutschen Marktführer, fest. "Wir sind entschlossen, unabhängig von der Entwicklung in einzelnen anderen Ländern, unsere Gespräche zu einem guten Abschluss zu bringen", erklärten KPMG und Andersen gestern. Die Gespräche machten gute Fortschritte, sagte Andersen-Chef Groß dem Handelsblatt. Mit einer Einigung würde die mit Abstand größte deutsche Wirtschaftsprüfungsgesellschaft entstehen.

Außerhalb Europas werden verschiedene Andersen-Partner dagegen mit dem ehemaligen Konkurrenten Ernst & Young zusammen arbeiten. Ernst & Young, ebenfalls einer der "Großen Fünf" unter den Wirtschaftsprüfern, will mit den Andersen-Gesellschaften in Russland, Australien und Neuseeland fusionieren. Verhandlungen über eine Partnerschaft in Singapur, Phillipinen, Malaysia und Taiwan würden geführt.

Auch der spanische Andersen-Partner hat Gespräche mit KMPG abgebrochen und kooperiert zukünftig mit Deloitte Touche Tohmatsua International. Die Übereinkunft sieht vor, die Aktivitäten von Andersen Espana (161 Partner) mit Deloitte Touche in Spanien (39 Partner) zusammen zu legen. Juristisch sollen beide Unternehmen jedoch getrennt bleiben. Gleichzeitig hat Deloitte Touche Kooperationen in Lateinamerika angekündigt. In China und Hongkong wollen sich die Andersen-Partner an Pricewaterhouse-Coopers angliedern.

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