André Kostolany: Die Börse braucht auch ihre Gurus

André Kostolany
Die Börse braucht auch ihre Gurus

Börsen-Guru, Altmeister der Börse, Prediger der praktischen Vernunft – André Kostolanys Name wurde schon zu Lebzeiten mit besonderen Etiketten versehen. Und daran hat sich – er wäre heute 100 Jahre alt geworden – nichts geändert.

Der kleine Mann mit der großen Stimme wurde schon früh zur lebenden Legende, weil seine zahlreichen Veröffentlichungen und öffentlichen Auftritte von ungezählten Anekdoten, Bonmots und Sprüchen geprägt waren, die alsbald zu Börsenweisheiten wurden. So können seine Bücher als Zitatensammlungen genutzt werden. Dabei scheute er auch vor Formulierungen nicht zurück, die man als verletzend empfinden könnte. Deshalb und wegen seiner beharrlich konservativen Grundhaltung hat „Kosto“, wie er von seinen Anhängern genannt wurde, nicht nur Freunde und Bewunderer gehabt.

Der gebürtige Ungar war auf jeden Fall eine Ausnahmeerscheinung, eine Persönlichkeit von historischer Bedeutung – ein Anwalt der langfristigen Anlage, der einen wichtigen Beitrag zur Popularisierung der Aktie im deutschsprachigen Raum geleistet hat.

Die aus meiner Sicht wichtigste, weil dauerhafte Botschaft ist seine frühe Formel für die Erklärung von Börsentrends: Geldversorgung plus Marktpsychologie – das Eine, Liquidität der Wirtschaft und Zinsen etwa, kennen wir, ist nachlesbar und täglicher Diskussionsgegenstand an den Finanzmärkten. Das Andere ist die täglich wieder kehrende Herausforderung für jeden aktiven Anleger, nämlich die Stimmungslage des Markts zu ergründen.

Egal was man von Gurus hält – hier zu Lande mangelt es an visionären Typen mit großer Öffentlichkeitswirkung, die polarisieren, über die man spricht, die bei ihrem Publikum etwas bewirken – wie André Kostolany.

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