Andreas Köpke soll als Torwarttrainer den Streit zwischen Kahn und Lehmann entschärfen
Der Friedensstifter

Andreas Köpke soll als Torwarttrainer den Streit zwischen Kahn und Lehmann entschärfen. Den ersten Versuch unternimmt er in Leipzig.

LEIPZIG. Seinen ersten Arbeitstag hatte sich Andreas Köpke anders vorgestellt. Als Torwarttrainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft war er vor wenigen Wochen von Jürgen Klinsmann bestellt worden, nachdem dieser Sepp Maier nach 17 Dienstjahren wegen Befangenheit den Rücktritt nahegelegt hatte. Doch während der ersten Trainingseinheit der Nationalelf vor dem Länderspiel am Mittwoch gegen Kamerun fand sich Köpke gestern zwischen den Pfosten wieder. Der 42-jährige Europameister von 1996 hechtete den Bällen nach.

Doch eigentlich soll der frühere Weggefährte Klinsmanns den wochenlangen Zwist zwischen Oliver Kahn (FC Bayern) und Jens Lehmann (FC Arsenal) glätten helfen. In der Trainingseinheit musste Köpke nur deshalb aushelfen, weil Oliver Kahn "einen Tag Pflege" einlegte und der Stuttgarter Timo Hildebrand am Morgen wieder abgereist war. Die Nummer drei war nur für eine Unterredung nach Leipzig gereist, zu der Köpke gebeten hatte. Die drei Torhüter und er hätten ein "positives Gespräch" gehabt, wie Köpke sagte, auch wenn "der Konkurrenzkampf noch da ist". Kahn ist die Nummer eins, Lehmann der Herausforderer, der am Mittwoch gegen Kamerun seine Chance bekommt.

Köpke war es, der im Sommer im Fachmagazin "Kicker" den jungen Hildebrand als "Prototyp des modernen Torhüters" gepriesen und Kahn nur auf Rang drei gelistet hatte. Zu diesem Zeitpunkte konnte Köpke nicht absehen, dass ihm einmal diese delikate Aufgabe des Schlichtens übertragen werden würde.

Aus eigener Erfahrung wisse er, dass man sich nicht erst kurz vor der WM auf eine Nummer eins festlegen könne, sagte Köpke. Kurz vor dem Abflug zur WM 1994 in die USA teilte ihm der damalige Bundestrainer Vogts mit, dass nicht er, sondern Bodo Illgner im Tor stehen werde. "Es gibt keinen optimalen Zeitpunkt, aber der damals war brutal", sagte Köpke, der damals ein paar Tage brauchte, um damit fertig zu werden. "Damals saß mein Körper im Flugzeug, mein Kopf war nicht dabei", sagt Köpke. Die Nummer drei war damals Oliver Kahn.

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