Anerkennung und Kritik
„Triumph des Schmarotzer-Fußballs"

Zauberfußball a la Frankreich vor vier Jahren ist tot, es lebe "König Otto" und seine kontrolliert defensive Spieltaktik - doch nicht alle können sich mit den neuen Fußball-Regenten Europas anfreunden.

HB HAMBURG. Der Gewinn des EM-Titels durch Otto Rehhagels griechische "Fußball-Götter" hat in der internationalen Presse große Bewunderung hervorgerufen, aber auch für beißende Kritik gesorgt - hauptsächlich in den Ländern der so genannten EM-Versager. "Triumph à la Italien", titelte die "La Gazzetta dello Sport" am Montag in Anlehnung an den verpönten Catenaccio-Fußball, der Jahre lang von den Italienern zelebriert und jetzt von den Griechen zu neuem Leben erweckt wurde. "Griechenland, Meister des Langweiler-Fußballs", schrieb das spanische Blatt "El Mundo". Noch drastischer formulierte es die dänische Zeitung "B.T.": "Das EM-Finale war Mord am Fußball."

Während der Schweizer "Blick" jubelte "Europa tanzt Sirtaki", hielten sich im EM-Gastgeberland Portugal nach dem mit 0:1 verlorenen Endspiel Enttäuschung und Anerkennung die Waage. In "Público" hieß es: "Es war ein Triumph des Schmarotzer-Fußballs. Es war aber auch der Tag, an dem Otto Rehhagel bewiesen hat, dass er im Vergleich zu Scolari der bessere Trainer ist."

In Großbritannien blieben selbst die reißerischsten Gazetten sportlich fair: "Zeus sendet einen Donnerschlag", hieß es im "Daily Express". Der "Daily Mirror" verlieh seinem Staunen mit zwei Wörtern Ausdruck: "Akropolis, wow." Und die "Libération" aus dem Land des geschlagenen Titelverteidigers Frankreich gab unumwunden zu: "Portugal und Griechenland haben uns eine Dramatik geliefert, die kein Bedauern über die Eliminierung der Favoriten zulässt."

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