Anfänglicher Rückstand aufgeholt
Lkw-Maut-System voll im Zeitplan

Die Betreibergesellschaft für die geplante Lastwagen-Maut auf deutschen Autobahnen ist einem Magazinbericht zufolge zuversichtlich über einen pünktlichen Start zum 31. August.

Reuters MÜNCHEN. Das Fachblatt "Verkehrsrundschau" zitierte den Chef der Betriebsgesellschaft Toll Collect, Michael Rummel, am Montag mit den Worten, das Unternehmen sei voll im Zeitplan. Insbesondere der anfängliche Rückstand beim Aufbau des Zentralsystems zur Erfassung der Straßenbenutzung sei längst eingeholt. Bis zur Inbetriebnahme des Maut-Systems würden zudem mehr als 150 000 der langfristig erwarteten 800 000 automatischen Maut-Bezahlsysteme in Lkw eingebaut.

Das erste Maut-Systems auf deutschen Autobahnen für Lkw hat von Beginn mit Schwierigkeiten zu kämpfen und könnte wenige Tage vor dem Start noch an politischen Auseinandersetzungen zwischen Bund und Ländern scheitern. Um einen pünktlichen Start zu gewährleisten, müsste sich die Bunderegierung mit den Vertretern der CDU/CSU-geführten Bundesländern bis zum Mittwoch über die geplante Entlastung von Spediteuren im Gegenzug zur Maut einigen. Andernfalls können die Maut-Gesetze nicht fristgerecht vom Parlament verabschiedet werden. Wegen einer geplanten Richtlinie der Europäischen Union könnten die deutschen Lkw-Maut-Pläne deswegen sogar noch völlig scheitern.

Die unionsgeführten Länder verlangen eine höhere als die bislang geplante Entlastung der Spediteure von rund 600 Millionen Euro durch Nachlässe bei Mineralöl- und Kfz-Steuern, während der Bund hingegen weniger Geld bekommen soll. Rund die Hälfte der erwarteten jährlichen Einnahmen aus der Autobahnbenutzung schwerer Lkw ab zwölf Tonnen in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro sollen für den Ausbau von Straßen sowie Schienen- und Wasserwegen verwendet werden. Toll-Collect-Chef Rummel dementierte in dem Magazin-Interview Regierungsangaben, wonach das Konsortium jährlich 650 Millionen Euro für den Betrieb bekommen soll. Die Vergütung liege weit unter dieser Summe, belaufe sich jedoch auf einen dreistelligen Millionen-Betrag, sagte Rummel laut "Verkehrsrundschau".

Von der Maut sind voraussichtlich 1,5 Millionen in- und ausländische Lkw betroffen, die pro Jahr rund 27 Milliarden Kilometer auf den deutschen Autobahnen zurücklegen und pro Kilometer etwa 15 Cent bezahlen sollen. Die Fahrten der Lkw werden mit Hilfe des satellitengestützten GPS-Ortungssystems erfasst und können automatisch über in den LKW installierte Bordcomputer, über Bezahlstellen an den Autobahnenauffahrten und Raststätten oder über das Internet abgerechnet werden. Über die elektronische Erfassung der Kennzeichen der Lkw soll die Entrichtung der Autobahnbenutzungsgebühr kontrolliert werden.

Hinter der Maut-Betreibergesellschaft Toll Collect, die Ende Juni 2002 vom Bund den Zuschlag für die flächendeckende Installation und den Betrieb des Maut-Systems erhalten hat, stehen die Deutsche Telekom, Daimler Chrysler und der französische Autobahnbetreiber Cofiroute.

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