Anfang 2003
Nasdaq Deutschland hält an Starttermin fest

Nasdaq Deutschland will trotz des schwachen Börsenumfeldes am Starttermin im ersten Quartal 2003 festhalten und sieht sich mit seinem neuen Handelssystem "SuperMontage" gut für den Wettbewerb mit der Deutschen Börse AG gerüstet.

Reuters FRANKFURT. "Wir wollen unverändert im ersten Quartal starten, so früh wie möglich", sagte Jim Weber, Vorstandsmitglied von Nasdaq Europe, dem größten Anteilseigner an dem deutschen Ableger der US-Technologiebörse Nasdaq Inc am Dienstag bei der Vorstellung des Handelssystems vor Journalisten in Frankfurt. Wann das Projekt die Gewinnschwelle erreichen soll, wollte er nicht sagten. "Unsere Businesspläne sind auch auf eine längere Schwächeperiode an den Märkten ausgelegt und wir kalkulieren nicht mit einer Erholung der Aktienkurse 2003", sagte er. Schlechte Marktbedingungen und schlechtes Timing hatte im August John Hiley, Chef von Nasdaq International, noch als Gründe für den Rückzug aus der Beteiligung in Japan genannt.

Zu den größten Pluspunkten von Nasdaq Deutschland gehört nach Einschätzung Webers der direkte Zugang zum Handel mit US-Aktien auf der Plattform der Muttergesellschaft in New York. Dort seien die Aktien auf Grund der viel höheren Liquidität einfacher handelbar als auf europäischen Märkten. US-Aktien können auch auf der elektronischen Plattform der Deutschen Börse Xetra ge- und verkauft werden. Gewöhnlich ist der Handel im Heimatmarkt einer Aktie jedoch deutlich reger, was Transaktionen erleichtert. Die Gebühren für Banken und Händler auf "SuperMontage" wollte Weber jedoch noch nicht nennen. Nasdaq Deutschland werde aber auch hier "sehr wettbewerbsfähig" sein.

An der Nasdaq Deutschland sind unter anderem die Commerzbank, ihre Tochter Comdirect und die Dresdner Bank beteiligt.

Bislang ist das Engagement der US-Technologiebörse Nasdaq in Europe keine Erfolgsgeschichte. Zuletzt erhielt der Börsenbetreiber, der im März 2001 durch Aufkauf der Brüsseler Wachstumsbörse Easdaq auf den alten Kontinent kam, eine Finanzspritze von 20 Mill. ? von der Muttergesellschaft. Zuvor war das Grundkapital der Gesellschaft zur Hälfte aufgezehrt worden. Im August waren in Brüssel nach Angaben von der Internetseite des Unternehmens Aktien im Wert von 14,3 Mill. ? gehandelt worden. Das entspricht ungefähr den Umsätzen der Aktie des Versicherungskonzerns AMB Generali im MDax im selben Monat.

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