Anfang der Woche zahlte Russland 537 Mill. von insgesamt 57 Mrd. DM Schulden
Russland beginnt seine Schulden abzuzahlen

Reuters BERLIN. Russland hat Anfang der Woche an Deutschland Anfang mehr als eine halbe Milliarde Mark an ausstehenden Zins- und Tilgungszahlungen seiner Schulden von insgesamt 57 Mrd. DM überwiesen. Beim Bund seien am Dienstag 537 Mill. DM aus Russland eingegangen, sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Donnerstag auf Anfrage. Dies seien rund 46 % der im Februar fälligen russischen Zins- und Tilgungsdienste von 1,2 Mrd. DM. Insgesamt würden in diesem Jahr für Deutschland 3,9 Mrd. DM an Zahlungen von Russland fällig, ergänzte der Sprecher. Er wertete den Eingang der russischen Zahlungen als "gutes Zeichen".

Mit seiner jüngsten Zahlung habe sich Russland entsprechend der Zusicherungen verhalten, die das Land zuletzt beim Treffen der Finanzminister der sieben führenden Industrieländer (G7) am vergangenen Wochenende in Palermo gegeben hatte, sagte der Sprecher. Man gehe daher auch davon aus, dass Russland die in diesem Jahr noch fällig werdenden Zahlungen leiste.

Für Januar und Februar waren 1,8 Mrd. DM fällig

Insgesamt waren für Januar und Februar 2001 für Deutschland rund 1,8 Mrd. DM an russischen Zins- und Tilgungszahlungen fällig geworden. Zweifel am russischen Zahlungsverhalten hatte allerdings genährt, dass von den im Januar erwarteten 645 Mill. DM lediglich 67 Mill. DM eingegangen waren. Bundeswirtschaftsminister Werner Müller (parteilos) hatte daher noch kürzlich Russland gewarnt, sollte sich das Land weiterhin säumig zeigen, drohten deutsche Konsequenzen. Mittel dafür könnten Sperrungen von Hermes-Kreditlinien für Russland-Geschäfte sein.

Die russische Regierung hatte in den vergangenen Wochen wiederholt beteuert, das Land stehe zu seinen Zahlungspflichten und werde ihnen nachkommen. Russland ist bei den großen, im so genannten Pariser Club zusammengeschlossenen Gläubigerstaaten mit insgesamt 117 Mrd. DM verschuldet. Die G7-Finanzminister hatten dennoch am vergangenen Wochenende in Palermo ungeachtet der russischen Zusicherungen das Land "nachdrücklich" aufgefordert, seine Zins- und Tilgungsleistungen umfassend und zeitgerecht zu erfüllen.

Russland stellte erst jüngst seine Zahlungen ein

Die russische Regierung hat jüngst in ihren Haushalt für das laufende Jahr die fälligen Zins- und Tilgungszahlungen an die Gläubiger des "Pariser Clubs" eingestellt. Dem muss jedoch noch vom russischen Parlament, die Duma, zustimmen, was nach Angaben aus Finanzkreisen am 6. März geschehen soll. Allerdings gibt es in der Duma dagegen Widerstand, zumal die russischen Zins- und Tilgungszahlungen damit im laufenden Jahr das Sozialbudget des Landes übersteigen könnten. Andererseits hat sich Finanzlage Russlands zuletzt durch steigende Einnahmen aus Öl- und Gasverkäufen gebessert. Eine Zahlungsstreckung oder gar eine Schuldenstreichung hatten die Gläubigerländer strikt abgelehnt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%