Anfang Februar kollidierte das U-Boot mit einem japanischen Kutter
US-Kollisions U-Boot war nur wegen Zivilisten unterwegs

dpa WASHINGTON. Das amerikanische U-Boot, das am 9. Februar mit einem japanischen Kutter kollidierte, war nach Angaben der Zeitung "New York Times" nur wegen der eingeladenen Zivilisten unterwegs. U- Boot-Kommandant Scott Waddle habe zuvor eine geplante Trainingsfahrt abgesagt, aber auf Druck seiner Vorgesetzten dennoch eine Freizeit- Tour mit 16 Gästen unternommen, berichtete das Blatt am Sonntag unter Berufung auf Marine-Mitarbeiter. "Sie hatten es den Leuten versprochen", zitiert die "New York Times" einen der Informanten.

Vor allem wegen der Rolle der Geschäftsleute und deren Ehefrauen an Bord des Atom-U-Boots muss sich Waddle am Montag vor einem hochrangigen Marine-Gericht in Pearl Harbor auf Hawaii verantworten. Waddle hat unterdessen eine vorläufige Immunität beantragt, damit seine Aussage vor dem Gremium bei einem möglichen späteren Strafverfahren nicht gegen ihn verwendet werden können. Bei einem plötzlichen Auftauch-Manöver hatte das U-Boot "USS Greeneville" das japanische Schiff gerammt und versenkt.

Suche nach 9 Vermissten eingestellt

Die US-Marine hatte am Wochenende die Suche nach neun Vermissten des japanischen Fischerei-Schulschiffs aufgegeben, die im Wrack des Kutters auf dem Meeresgrund vermutet werden. Auf Drängen der Angehörigen hatte die Marine weiter nach den Männern gesucht.

Ein am Freitag veröffentlichter Bericht der amerikanischen Verkehrssicherheits-Behörde (NTSB) wirft Waddle schwere Versäumnisse vor. Er habe vor dem Auftauchmanöver die Wasseroberfläche nicht gründlich genug nach Schiffen abgesucht. Dies hatten zuvor schon andere Besatzungsmitglieder ausgesagt. Einige sagten auch, die Zivilisten an Bord hätten sie abgelenkt. Das Verhalten der Gäste in dem Kontrollraum des U-Boots während des Manövers hatte vor allem in Japan Ärger ausgelöst. Das Untersuchungsgremium in Pearl Harbor will daher auch klären, inwieweit der Kommandant den Geschäftsleuten und deren Ehefrauen an Bord durch ein waghalsiges Manöver imponieren wollte.

Waddle habe den Horizont nur anderthalb Minuten lang abgesucht. Dann sei das U-Boot in knapp einer Minute nach oben geschnellt. In dem Bericht heißt es weiter, dass das japanische Schiff "Ehime Maru" und die "USS Greeneville" parallel fuhren. Der Kutter sei vom U-Boot aus nur mit dem Bug als schmale Silhouette zu sehen gewesen. Vor dem Auftauchen sei das U-Boot nahe unter "Ehime Maru" einen Zick-Zack- Kurs gefahren.

Kommandant Waddle hatte am vergangenen Sonntag im japanischen Fernsehen sein "aufrichtiges Bedauern" über den Zusammenstoß bekundet. Auch der zweithöchste Offizier der US-Marine, Admiral William J. Fallon, war in dieser Woche nach Tokio gereist, um sich für das Unglück zu entschuldigen. Er sagte, die USA seien bereit, Schadenersatz für die Angehörigen der Opfer zu zahlen.

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