Anfangsverdacht auf pflichtwidrige Kreditvergabe
Staatsanwalt ermittelt gegen Depfa-Bank

ap WIESBADEN. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Verantwortliche der Wiesbadener Depfa-Bank. Wie der Sprecher der Ermittlungsbehörde, Dieter Arlet, am Freitag erklärte, hegen die Ermittler einen Anfangsverdacht der Untreue wegen pflichtwidriger Kreditvergabe. Das Magazin "Focus" berichtete am Freitag vorab, die Depfa-Bank habe dem Mannheimer Unternehmerehepaar Wilfried und Leonore Gaul einen Kredit über 104,5 Mill. DM gegeben, ohne die Lage der verschuldeten Gaul-Firma Wesbau ausreichend zu prüfen.

Arlet sagte, der Ausgang der Ermittlungen sei völlig offen. Depfa-Sprecher Hanno Strube erklärte, die entsprechenden Akten seien der Staatsanwaltschaft auf deren Ersuchen hin am vergangenen Mittwoch ausgehändigt worden. Der ganze Fall liege fünf Jahre zurück. Die Bank halte den Verdacht für unbegründet. Nach "Focus"-Informationen soll eine Immobilientochter der Bank mehrere Häuser Gauls zu einem überhöhten Preis aufgekauft haben, nachdem der Mannheimer Unternehmer sich 1996 für zahlungsunfähig erklärt hatte.

Gaul selbst bestätigte gegenüber dem "Mannheimer Morgen" (Samstagausgabe), von der Depfa 1991 einen Kredit über 104,5 Mill. DM erhalten zu haben. Mit diesem Geld habe seine Bauträger-Gesellschaft Wesbau ein Grundstück in Frankfurt am Main gekauft, das später mit einem Bürogebäude bebaut und für 108 Mill. DM an eine Depfa-Tochtergesellschaft verkauft worden sei. Dieser Preis sei angemessen gewesen. "Ich glaube nicht, dass die Bank da einen Wertberichtigungsbedarf hatte, auch wenn der Vermietungsmarkt zu diesem Zeitpunkt gerade ziemlich unten war", sagte Gaul.

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