Anfeuern, feiern und flotte Sprüche
Majästeten als Olympia-Fans

Ihre enge Beziehung zu Olympischen Spielen stellen die Vertreter von Europas Königshäusern auch in Athen wieder mit unermüdlichem Einsatz in Stadien und beim Après-Sport unter Beweis.

HB ATHEN. Abend für Abend feuerten Schwedens Regent Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia in der Galatsi-Tischtennishalle Ex-Weltmeister Jan-Ove Waldner bis ins Halbfinale an, Spaniens Königin Sofía war treue Glücksbringerin für Spaniens erfolgreiche Basketballer, und Kronprinz Frederik wechselte die Rolle als Fan der dänischen Handballerinnen und Segler fast so oft wie andere den TV-Kanal.

Königin Silvia bekannte 32 Jahre nach ihrer Olympia-Premiere als Münchner VIP-Betreuerin namens Silvia Sommerlath, dass ihr Herz ohne Wenn und Aber Schwedisch schlägt. "Ich bin für Waldner", sagte sie, als der Schwede die deutsche Medaillenhoffnung Timo Boll im Viertelfinale schlug. Noch zur Zeit der Spiele in Barcelona 1992 hatte die gebürtige Heidelbergerin majestätisch-neutral auf die Frage geantwortet, ob sie denn nun für Boris Becker oder Mats Wilander sei: "Der Bessere soll gewinnen."

Ehemann Carl Gustaf filmte derweil hochkonzentriert ein Pingpong- Spiel mit seiner Digitalkamera. Dass das verboten war, störte die sonst in solchen Fällen ruckzuck handelnden Organisatoren nicht. Könige dürfen auch in Athen als verwöhnte Lieblingskinder der "Olympischen Familie" ein bisschen mehr als andere.

Nachsichtig wurde auch eine kleine royale Fehlleistung der britischen Prinzessin Anne zurechtgerückt. Als IOC-Mitglied drückte sie Medaillengewinnern ihren Olivenzweig zunächst in die Hand statt auf den eigentlich vorgesehenen Körperteil. Später klappte es dann. "Sie hat ihn mir richtig auf den Kopf gedrückt", berichtete die am Ende so dramatisch um zwei Goldmedaillen gebrachte Vielseitigkeitsreiterin Bettina Hoy.

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