Anfrage der Grünen
Kirch beschäftigt auch den Bundestag

Der Fall der in ihrer Existenz bedrohten Kirch-Gruppe wird auch den Bundestag beschäftigen. Wie der Pressedienst des Parlaments meldete, forderten die Grünen die Bundesregierung in einer kleinen Anfrage auf, die ihr vorliegenden Informationen zur Lage beim Kirch-Konzern darzulegen.

reuters BERLIN. Unter anderem wollen die Grünen von der Regierung auch über die Erfolgschancen des Bezahlfernsehens unterrichtet werden, dass maßgeblich zu den finanziellen Problemen der Kirch-Gruppe beigetragen hatte. Zudem will die Fraktion wissen, zu welchen Erkenntnissen das Bundeskartellamt mit Blick auf die wettbewerbsrechtliche Situation Kirchs gekommen sei. Darüber hinaus wollen die Grünen Auskunft, ob die Überprüfung der Kirch-Gläubigerbanken durch das Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen (BAKred) abgeschlossen wurde und welche Erkenntnisse dabei zu Tage getreten sind.

Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye hatte zuvor erklärt, Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) habe keine Gespräche zur Rettung der Münchner Mediengruppe geführt. "Es hat keine solchen Gespräche gegeben, deshalb kann ich auch nicht über solche berichten", sagte Heye. Über die aktuellen Vorgänge um Kirch habe er im Übrigen zu wenig Kenntnisse, um darüber detailliert sprechen zu können, hatte Heye ergänzt.

Die Verhandlungen über die Rettung der hoch verschuldeten Kirch-Gruppe waren nach Angaben aus Bankenkreisen in der Nacht zum Freitag gescheitert. Damit gilt eine Insolvenz des Münchener Medienkonzerns als nahezu sicher. Vertreter der Gläubigerbanken der Film- und Rechtegesellschaft KirchMedia hätten mit den Minderheitsgesellschaftern des Medienkonzerns in der Nacht sowohl in München als auch in Los Angeles verhandelt. Die Gespräche seien aber ohne Anzeichen einer Annäherung beendet worden, erfuhr Reuters am Freitag aus den Kreisen.

KirchMedia verfügt über die größte Filmbibliothek Deutschlands und hält die Mehrheit an der Senderfamilie ProSiebenSat.1 Media. Bei der Zahlungsunfähigkeit von KirchMedia gilt auch eine Insolvenz des Pay-TV-Senders Premiere als wahrscheinlich.

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