Angabe über Religionszugehörigkeit soll aus Ausweisen verschwinden
Griechische Regierung gibt im Streit mit der Kirche nicht nach

ap THESSALONIKI. Trotz massiver Proteste der orthodoxen Kirche will die griechische Regierung die Angabe der Religionszugehörigkeit aus den Personalausweisen streichen. Ministerpräsident Konstantinos Simitis wies am Sonntag die Drohung der Kirche zurück, sie werde mit einer Unterschriftensammlung eine Volksabstimmung zu diesem Thema erzwingen. Die Kirche solle sich nicht in die Angelegenheiten des Staates einmischen, sagte Simitis bei einer Pressekonferenz in Thessaloniki. Die Regierung werde bei ihrer Entscheidung bleiben.

Hintergrund für das Streichen der Religionszugehörigkeit aus griechischen Personalausweisen ist eine Angleichung an Standards der Europäischen Union im Hinblick auf Grundrechte und Privatsphäre. Religiöse Minderheiten wie Juden, Moslems und Katholiken begrüßten die Initiative. Die griechisch-orthodoxe Kirche, der 97 % der Bevölkerung angehören, forderte die Regierung am Freitag dagegen ultimativ auf, ihre Pläne zu ändern, und setzte eine Frist bis zum 14. September.

"Wir wollen unsere Identität, unsere Geschichte nicht in der Europäischen Union verleugnen, wie es die Franzosen, die Deutschen und andere tun", sagte Erzbischof Christodoulos, einer der entschiedensten Gegner der Regierungspläne. Die Kirche sieht sich nach eigenen Angaben in der Lage, fünf Mill. Unterschriften für ein Referendum zu sammeln - das ist gut die Hälfte der Bevölkerung. Nach der Verfassung kann nur die Regierung eine Volksabstimmung einberufen.



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