Angeblich 12 Vertraute liquidiert
Hussein im Visier von US-Elite-Truppen

Im Irak-Krieg kämpfen nicht nur reguläre Militärverbände der Amerikaner und Briten und ihrer Verbündeten an vielen Fronten. Für die Öffentlichkeit unsichtbar und kaum beschrieben ist der Einsatz von kleinen Elite-Sondereinheiten.

HB/dpa WASHINGTON. Auf sie setzen Washington und London große Hoffnungen, nachdem es an den Fronten langsamer als erwartet vorangeht. Die "Special Operation Forces" (SOFs) und spezielle Elite-Agenten des Geheimdienstes CIA haben den irakischen Machthaber Saddam Hussein selbst und seine engsten Vertrauten im Visier - und die "Lizenz zum Töten".

"Mehr als eine Hand voll" von Saddams Mitarbeitern sei bereits liquidiert worden, berichtete die "Washington Post" unter Berufung auf amerikanische Militärquellen. Die Zeitung betonte, dass die US- Regierung keine Einwände gegen die Veröffentlichung des Artikels gehabt habe - ein Hinweis darauf, dass es ihr gelegen kommt, das irakische Regime mit solchen Berichten zu verunsichern und mürbe zu machen.

"Delta Force" für die gefährlichsten Einsätze

Für die gefährlichsten Einsätze steht die "Delta Force" des Heeres zur Verfügung, die so geheim ist, dass ihre Existenz von offizieller Seite stets geleugnet wird. Sie umfasst rund 360 hochtrainierte Mitglieder. Hand in Hand mit ihnen arbeiten Elite-Agenten der CIA. Nach mehreren fehlgeschlagenen und peinlichen Einsätzen hatte der Kongress gezielten Attentatseinsätzen gegen ausländische Politiker in den 70er Jahren einen Riegel vorgeschoben. Doch seit den Terroranschlägen vom 11. September ist alles anders. Per Geheimdirektive hat US-Präsident George W. Bush gezielte Liquidierungen wieder legalisiert.

CIA-Direktor George Tenet hat den Aufbau der Elitetruppen vehement vorangetrieben. "Eine Armee von James Bonds" betitelt die Zeitschrift "Time" die CIA-Truppe mit mehreren hundert Mitarbeitern. Viele von ihnen sind Ex-Soldaten oder eigens für besonders kniffelige Einsätze an den Geheimdienst "ausgeliehen" worden. Einer der Elite-Agenten war Michael Spann, der in Afghanistan beim Aufstand in Masar-i-Sharif ums Leben kam. Im Jemen gelang der CIA im vergangenen November ein Überraschungscoup: Mit einer Hellfire-Rakete, von einer unbemannten Predator-Drohne auf ein fahrendes Auto abgeschossen, tötete sie einen mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen und mehrere seiner Begleiter.

Die US-Armee hat rund 45 000 Soldaten in Elite-Einheiten, etwa 1,3 % des gesamten Personals. "Ihre Mission ist unkonventionelle Kriegsführung, direkte Aktionen, besondere Aufklärung", erläuterte Robert Andrews, im Pentagon für Spezialeinheiten zuständig, während des Afghanistan-Kriegs.

Spezialisten hacken sich in die irakische Kommunikation ein

Hinter den Frontlinien in und um Bagdad sollen kleine Gruppen mit leistungsfähigen Laptops gelandet sein. Sie sollen sich Medienberichten zufolge in die Kommunikation des irakischen Militärs einhacken und dort gezielte Fehlinformationen platzieren. Im Südirak sind nach diesen Berichten "Green Berets", eine andere Sondereinsatztruppe, aktiv. Sie versuchten, lokale Anführer mit dem Versprechen humanitärer Hilfe auf die alliierte Seite zu ziehen. Vergangene Woche luden sie vor dem Haus eines einflussreichen Religionsführers südwestlich von Basra 2000 Tagesrationen und 3000 Flaschen Trinkwasser ab. Wer die Amerikaner unterstütze, könne mit mehr Hilfe rechnen, ließen die Elitesoldaten wissen.

Präsident George W. Bush nennt sie seine "stillen Krieger", wenn er auf die Eliteeinheiten zu sprechen kommt. So viele wie im Irak sollen noch in keinem US-Einsatz vor Ort gewesen sein. Fast wäre den CIA-Agenten nach Darstellung amerikanischer Regierungsbeamter ein spektakulärer Coup geglückt, der den Krieg schon vor dem ersten Gefecht hätte entscheidend beeinflussen können. Auf CIA-Drängen befahl Bush am frühen Morgen des 20. März die ersten Raketenangriffe auf Bagdad. Sie zielten auf ein Gebäude, in dem Saddam nach CIA - Informationen mit seinen Söhnen nächtigte. Bis heute sind die Analytiker davon überzeugt, dass Saddam dem Angriff nur um Haaresbreite entkam.

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