Angeblich Anleger getäuscht
Sammelklage gegen Hugo Boss in den USA

Die New Yorker Anwaltskanzlei Shalov Stone & Bonner LLP hat ihre angekündigte Sammelklage gegen den Metzinger Modekonzern Hugo Boss und dessen ehemalige US-Manager eingereicht.

Reuters MÜNCHEN/ STUTTGART. Die Schadenersatzklage sei am Dienstag beim Bezirksgericht in New York eingereicht worden, teilte die Rechtsanwaltskanzlei Rotter am Mittwoch in Grünwald bei München mit, die in den USA von der auf Schadenersatzklagen spezialisierten Shalov Stone & Bonner vertreten wird. Man habe beantragt, das Verfahren als Sammelklage zuzulassen, sagte der das Verfahren betreuende Anwalt Bernd Jochem. Rotter habe 40 bis 50 Anfragen in der Sache erhalten. Der Klage angeschlossen hätten sich aber "noch nicht sehr viele" Anleger. Grundsätzlich könnten sich alle Aktionäre anschließen, die zwischen dem 5. November 2001 und dem 28. Mai 2002 Aktien von Boss hielten.

Die Anwälte werfen Boss, dessen im Juni gegangenen US-Chef Marty Staff und seinem Stellvertreter Vincent Ottomanelli laut der Klageschrift vor, in der Bilanz der USA-Tochter unrichtige Angaben gemacht zu haben. Sie hätten von den Unstimmigkeiten im Wert der Warenbestände in den USA früher gewusst. "Mit dem Ziel, die Umsatzzahlen und somit den vorläufigen Gewinn künstlich aufzublähen, wurden die US-Handelspartner und Franchisenehmer mit mehr Ware beliefert als diese bestellt hatten", erklärte der Anwalt. In den USA wird diese Praxis "Channel Stuffing" genannt. Ein Boss-Sprecher sagte, die im Internet veröffentlichte Klage liege dem Unternehmen noch nicht vor. Boss nehme keine Stellung dazu.

Mit Inventurdifferenzen in den USA hatte Boss Ende Mai die Korrektur seiner Gewinnprognose für 2002 auf 95 Millionen von 107 Millionen Euro begründet. Die Aktie brach daraufhin um 20 Prozent ein. Inzwischen hat der Herrenausstatter seine Erwartung auf 70 Millionen Euro erneut nach unten korrigiert. Die Anwälte sprechen von einem Schaden für die Anleger in zweistelliger Millionenhöhe.

Seit Ende Mai haben die im MDax notierten Boss-Vorzugsaktien mehr als die Hälfte ihres Wertes eingebüßt. Am Mittwoch verloren sie abermals neun Prozent auf 11,47 Euro.

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