Angeblich auch Sammelklage von Eschede-Opfern im Vorbereitung
"Spiegel": Bahn droht Millionenklage in USA

Wegen des Zugunglücks von Brühl drohen der Deutschen Bahn nach Informationen des "Spiegel" Millionenklagen in den USA. Entsprechende Klageschriften würden von einer Kanzlei im US-Bundesstaat Maryland vorbereitet, schreibt das Nachrichtenmagazin in seiner neuen Ausgabe.

afp HAMBURG. Demnach sollen zwei 22-jährige US-Bürger, die bei dem Unfall im Bahnhof Brühl am 6. Februar 2000 verletzt worden waren, jeweils mindestens 1 Mill. $ Schadensersatz und Schmerzengeld von der Bahn fordern. Auch wegen des ICE-Unfalls von Eschede vom 3. Juni 1998 arbeiten US-Anwälte dem Bericht zufolge US-Anwälte an einer Sammelklage vor einem amerikanischen Gericht. In Eschede war ebenfalls eine Amerikanerin verletzt worden.

Hintergund der Klagen wegen des Unglücks in Brühl sind laut "Spiegel" Untersuchungsberichte, Ermittlungsergebnisse der Kölner Staatsanwaltschaft und die Beweisaufnahme in dem Strafprozess gegen den Lokführer und drei weitere Bahn-Mitarbeiter. Das Verfahren vor dem Kölner Landgericht war im Oktober wegen geringer persönlicher Schuld der Angeklagten gegen Geldbußen eingestellt worden. Zugleich stellte das Gericht Versäumnisse der Bahn fest. Bei dem Unfall auf dem Kleinstadtbahnhof zwischen Köln und Bonn waren neun Menschen getötet und 149 verletzt worden. Der Nachtexpress von Amsterdam nach Basel war mit 122 statt der vorgeschriebenen 40 Stundenkilometer in einer Baustelle in eine Weiche gerast und entgleist. Unter anderem bemängelte die Kölner Strafkammer die Ausbildung des Lokführers und die technische Sicherung der Baustelle.

Wegen des ICE-Unglücks von Eschede wollen laut "Spiegel" ab Mittwoch sechs Musterkläger vor dem Berliner Landgericht Ansprüche gegen die Bahn auf Schadensersatz und Schmerzensgeld durchsetzen. Die Klage stützt sich demnach im vor allem auf die 186-seitige Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Lüneburg, die drei Angeschuldigten fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vorwirft. Bei dem Unglück waren 101 Menschen getötet und 105 verletzt worden, als der ICE 884 nach einem Radreifenbruch entgleiste. Der Strafprozess soll im August beginnen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%