Angeblich ausverkaufte Arena halbleer
Karten-Chaos nimmt kein Ende

Der Ärger um die Eintrittskarten zu den Spielen der Eishockey-WM geht auch nach dem Start der Titelkämpfe weiter. Die angeblich schon seit Wochen ausverkauften Spiele finden vor teilweise leeren Rängen statt. Beim tschechischen Verbandschef stößt Kritik auf taube Ohren. Die WM werde für die tschechischen Eishockey-Fans ausgerichtet, entgegnet er lakonisch. Dagegen entschuldigte sich der Präsident des Internationalen Eishockey-Verbandes (IIHF), René Fasel.

HB PRAG. Beim 4:2-Auftaktsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Kasachstan war die 17 000 Zuschauer fassende Sazka-Arena in Prag offiziell mit 14 310 Zuschauern gefüllt, tatsächlich waren es rund 8 000, darunter etwa 2 000 aus Deutschland. Mit Spielbeginn schaltete sich das Computersystem automatisch aus. Ticketanfragen deutscher Fans waren aber schon seit Wochen abgelehnt worden, weil alle Billets verkauft seien. Ähnlich erging es den österreichischen Anhängern. Die erste Partie in der Sazka-Arena zwischen Österreich und Frankreich (6:0) sahen nur 3609 Zuschauer. Obwohl kurz vor dem Spiel noch Tausende von Karten an den Kassen lagen, gingen viele österreichische Fans leer aus. Mit Spielbeginn schaltete sich das Computersystem automatisch aus. Selbst beim 3:1-Sieg der WM-Gastgeber gegen Lettland blieben bei 16 150 Fans fast 1000 Plätze leer.

"Es ist schade, wenn die Halle nur halbvoll ist. Viele Fans sind zu Hause geblieben, weil sie dachten, das Spiel sei ausverkauft", sagte Franz Reindl, Generalsekretär des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), der schon vor Wochen die Ticketing-Praxis der WM-Organisatoren kritisiert hatte. Er äußerte Unverständnis und forderte, nicht genutzte Plätze zu verkaufen. "Sie sagen, es sind alle Karten verkauft. Aber die Frage ist: An wen?"

Der Grund ist, dass nach Angaben der Organisatoren immer Tickets für zwei Spiele als Paket verkauft worden sind, darunter ein weniger attraktives. Viele tschechische Zuschauer, die Tickets für die Auftaktpartie ihrer Mannschaft besaßen, verzichteten jedoch auf den Besuch der zweiten für sie reservierten Begegnung. Auch der Kauf der Karten durch Schwarzhändler im Vorfeld gilt als möglicher Grund für die Diskrepanz zwischen offiziellen und tatsächlichen Besucherzahlen.

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