Angeblich derzeit keine Gesundheitsgefährdung
Chlorgas nach Hochwasser ausgetreten

Nach der Überschwemmung einer tschechischen Chemiefabrik ist nach Angaben des Betreibers eine unbekannte Menge Chlorgas ausgetreten.

Reuters PRAG/DRESDEN. "Ein Chlorgasleck ist für (das Chemiewerk) Spolana bestätigt worden", sagte ein Sprecher der Firma Unipetrol am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Es handelt sich um eine Wolke, die vom Wind auseinander gerissen wird." Für die Umgebung gelte die höchste Alarmstufe vor der Evakuierung. Die Umweltschutzgruppe Greenpeace erklärte nach einem Überflug des Geländes, alle Gebäude stünden im Wasser. Bundesumweltminister Jürgen Trittin (Grüne) hat die Befürchtung geäußert, dass durch eine Überschwemmung des Werksgeländes Dioxin und Quecksilber in die Elbe gelangen könnten.

Spolana liegt in dem Ort Neratovice, der an der Elbe stromaufwärts vor deren Vereinigung mit der Moldau liegt. "Wir haben eine gelbe Wolke über einem Teil von Spolana gesehen", sagte Miroslav Suta von Greenpeace Reuters nach einem Flug über das Werk. Er sah nach eigenen Angaben zwei überflutete Gebäude, bei denen eine Dioxin-Verseuchung bekannt sei. Der Greenpeace-Chemie-Experte Andreas Bernstorff sagte, was an flüssigen Substanzen ins Wasser gegangen sein könnte, könne nicht gesagt werden.

Entgegen den offiziellen Angaben seien bereits am Mittwoch 90 Prozent des Geländes überflutet gewesen. "Heute sehen wir vom Hubschrauber aus: Alle Gebäude stehen im Wasser." Trittin zufolge war das Gelände der Firma am Mittwochnachmittag überspült und am Donnerstag evakuiert worden. Dort seien rund 250 Tonnen Quecksilber-Verbindungen gelagert, sagte Trittin auf dem Flug nach Dresden. Der Ort, wo die Altlasten lagern, seien trocken und durch Mauern geschützt.

Bislang seien jedoch keine chemischen Stoffe in die Elbe gespült worden. "Wir gehen davon aus, dass zurzeit eine Gefährdung nicht gegeben ist." Eine gesundheitliche Gefährdung könne aber entstehen, wenn doch noch gefährlichen Stoffe ausgeschwemmt würden. Die Chemikalien könnten sich dann in Kellern und Mauern ablagern.

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