Angeblich Politiker, Gewerkschafter und Unternehmer an einem Tisch
Rätselraten um Degussa-Spitzentreffen

Zum angeblichen Verkauf der Degussa AG an die RAG AG kann nach Informationen der Nachrichtengentur vwd kein Spitzentreffen von Vorständen, Politikern und Gewerkschaftern am Samstag in Hannover stattfinden.

vwd DÜSSELDORF. Recherchen von vwd ergaben am Freitag, dass sich der Großteil der von der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" genannten Teilnehmer am Samstag entweder überhaupt nicht in Hannover aufhält oder aus Krankheitsgründen verhindert ist.

Das Blatt hatte berichtet, die E.On AG habe RAG 51 Prozent an Degussa im Tausch für die 18-prozentige Beteiligung an der Ruhrgas AG, Essen, geboten. Die betroffenen Unternehmen wollten sich dazu nicht äußern. Um der finanzschwachen RAG das Geschäft zu ermöglichen, habe E.On dem Essener Unternehmen zudem einen Kredit über zwei Milliarden Euro zugesagt, berichtete die Zeitung.

Zu diesem Thema sei am Samstagabend in Hannover ein Spitzentreffen geplant, an dem unter anderem Bundeskanzler Gerhard Schröder, Bundesfinanzminister Hans Eichel, NRW-Ministerpräsident Wolfgang Clement, die Vorstandsvorsitzenden Karl Starzacher (RAG) und Ulrich Hartmann (E.On) sowie der Vorsitzende der IG BCE, Hubertus Schmoldt, und sein Stellvertreter Klaus Südhofer teilnähmen. Hier stünden "industriepolitische Entscheidungen von massiver Tragweite" an.

Vwd meldet jedoch, dass die beiden Gewerkschafter erkrankt seien und Eichel sich zum genannten Zeitpunkt in Spanien aufhalte. Auch Schröder, Clement und Hartmann werden am Samstag nicht in Hannover sein, wie vwd auf Nachfrage erfuhr.

In der Vergangenheit war bereits über Stinnes und Viterra als denkbare Tauschobjekte für Ruhrgas spekuliert worden. Einen Verkauf der Ruhrgas-Anteile gegen bar hatte die RAG ausgeschlossen. Für eine Übernahme des Düsseldorfer Spezialchemiekonzerns Degussa durch die RAG spräche allerdings, dass diese mit ihrer Tochter Rütgers AG bereits ein Standbein in der Spezialchemie hat und Degussa bei E.On auf der Verkaufsliste steht. Voraussetzung für das gesamte Vorhaben wäre jedoch, dass E.On die beantragte Ministererlaubnis für die Übernahme von Ruhrgas erhält, da das Bundeskartellamt den Deal untersagt hatte. Mit einer Entscheidung des Bundeswirtschaftsministeriums wird im Frühsommer gerechnet.

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