Angeblich sagte Schäuble seine Unterstützung zu
Schreiber warb bei Schäuble um Unterstützung für Panzerprojekt

Als Gegenleistung für seine 100 000-Mark-Spende hat der Waffenlobbyist Karlheinz Schreiber nach eigener Aussage den früheren CDU-Parteichef Wolfgang Schäuble darum gebeten, sich für sein Rüstungsprojekt in Kanada einzusetzen.

ap HAMBURG. Dazu habe er den damaligen Fraktionschef am 2. Juni 1995 in dessen Bonner Bundestagsbüro besucht, wie nach "Spiegel"-Informationen aus einem Vernehmungsprotokoll der Berliner Staatsanwaltschaft hervorgeht. Angeblich sagte Schäuble seine Unterstützung zu.

Das Treffen habe kurz vor einem Kanadabesuch des damaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl stattgefunden. Schreiber war damals Chairman der Thyssen-Tochter Bear-Head, die damals eine Panzerfabrik in Kanada bauen wollte.

Die Spende wurde nach Schreibers Darstellung bereits ein drei viertel Jahr früher im Herbst 1994 übergeben. Damals habe seine Frau Barbara die 100 000-Mark-Spende der damaligen CDU-Schatzmeisterin Brigitte Baumeister ausgehändigt. Schäuble hatte stets betont, er habe das Geld persönlich von Schreiber erhalten. Auch Baumeister will das Geld von Schreiber bekommen haben. Die Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der falschen uneidlichen Aussage vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss gegen Schäuble und Baumeister.

Schreiber gilt als Schlüsselfigur in der CDU-Spendenaffäre. Er war im August 1999 in Toronto festgenommen worden, nachdem die Staatsanwaltschaft Augsburg seine Auslieferung beantragt hatte. Sie wirft ihm Bestechung und Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit einer Lieferung von Panzern an Saudi-Arabien während des Golfkriegs 1991 vor. Dieses Verfahren läuft zurzeit vor einem kanadische Gericht.



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