Angeblich tausende Bilder und Tonbänder entdeckt
Taliban-Diplomat: Festgenommene Helfer waren vorgewarnt

Die in Afghanistan wegen angeblicher Mission für das Christentum festgenommenen Deutschen und anderen Ausländer waren einem afghanischen Diplomaten zufolge vorgewarnt. In Pakistan sagte der Vize-Botschafter der radikal-islamischen Taliban-Regierung, Sohail Schahin, den Mitarbeitern der Hilfsorganisation SNI sei bereits früher verboten worden, für das Christentum zu werben.

Reuters ISLAMABAD. Sie seien aufgefordert worden, derartige Aktivitäten künftig zu unterlassen. Zwar könne er sich nicht erinnern, wann diese Warnung ausgesprochen worden sei, er wisse jedoch, dass dies noch nicht lange zurück liege. Seither hätten die afghanischen Behörden gegen die Organisation ermittelt. Schahin warf SNI vor, Kapital aus dem Elend der afghanischen Bevölkerung schlagen zu wollen. Unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe wolle SNI die Menschen zum Christentum bekehren.

Die afghanische Religionspolizei hatte am Sonntag 16 einheimische sowie vier deutsche und je zwei australische und US-amerikanische SNI-Mitarbeiter wegen des Vorwurfs festgenommen, sie wollten Afghanen zum Christentum bekehren. Nach Taliban-Angaben wurden im Besitz der SNI-Helfer Tausende Bibeln und Video- und Tonbänder mit christlichem Inhalt entdeckt, allesamt in den afghanischen Landessprachen Dari und Paschtu.

Joachim Jäger, ein Sprecher von Shelter Now International (SNI), wies die Vorwürfe der Taliban zurück und sagte, die in Deutschland ansässige Organisation habe rein humanitäre und keine religiösen Ziele. Im pakistanischen Peschawar hatte SNI-Vertreter Esteban Witzemann gesagt, zwar hätten die Festgenommenen christliche Materialien bei sich gehabt, allerdings nur für den persönlichen Gebrauch.

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