Angeblich treibende Kraft bei Preisabsprachen
Degussa wehrt sich gegen hohe EU-Strafe

Die Degussa AG muss wegen illegaler Preisabsprachen bei Tierfutterzusätzen 118 Mill. Euro Bußgeld zahlen. Diese Strafe hat die EU-Kommission gestern gegen den Düsseldorfer Spezialchemiekonzern verhängt.

bef DÜSSELDORF. Die Kommission wirft Degussa sowie Aventis und der japanischen Nippon Soda Kartellbildung im Geschäft mit dem Futterzusatz Methionin vor. Degussa soll treibende Kraft bei den Preisabsprachen gewesen sein. Weil Aventis in dem Verfahren als Kronzeuge auftrat, geht der Straßburger Pharmakonzern straffrei aus. Nippon Soda muss 9 Mill Euro zahlen.

Degussa-Vorstandschef Utz-Hellmuth Felcht hält die Höhe der Strafe für "inakzeptabel" und will die Entscheidung anfechten. Der Konzern ist mit einem Umsatz von 570 Mill. Euro Weltmarktführer bei Aminosäuren, die als Aufbaustoffe in Tierfutter verwendet werden. Methionin wird vor allem in der Geflügelernährung eingesetzt.

Früheren Angaben zufolge hat Degussa für eventuelle Strafzahlungen aus dem Verfahren "ausreichend Rückstellungen" gebildet. Sie decken jedoch offenbar nur eine wesentlich geringere Strafhöhe ab. Analysten wie Ludger Mues von der Bank Sal. Oppenheim gehen davon aus, dass Degussa auf die überraschend deftige Strafe mit weiteren hohen Rückstellungen reagieren muss und der Gewinn 2002 entsprechend belastet wird.

Quelle: Handelsblatt

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