Angeblich treibende Kraft eines Aminosäure-Kartells
Degussa muss über 100 Millionen zahlen

EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti will heute gegen die Degussa AG ein Bußgeld von über 100 Mill. Euro verhängen. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kommissionskreisen in Brüssel.

BRÜSSEL. Nach Erkenntnissen Montis war der Düsseldorfer Chemie-Konzern treibende Kraft eines Aminosäure-Kartells, das ein Jahrzehnt lang mit systematischen Preisabsprachen den Markt für Tierfutterzusatzstoffe aufteilte.

Während Degussa für den Verstoß gegen die EU-Wettbewerbsgesetze kräftig zur Kasse gebeten wird, kommt der Konkurrent Aventis glimpflich davon. Der deutsch-französische Konzern hatte während der Untersuchungen der Kommission von der neuen Kronzeugenregelung Gebrauch gemacht. Im Gegenzug für die Kooperationsbereitschaft erlässt Monti Aventis einen Großteil des Bußgeldes, das normalerweise fällig geworden wäre. Auch das japanische Unternehmen Nippon Soda, beim Aminosäure-Kartell der dritte Mitspieler, muss lediglich mit einer vergleichsweise geringen Summe rechnen.

Das Bußgeld gegen Degussa ist das zweithöchste, das die Kommission bislang in einem Kartellverfahren gegen einen deutschen Chemiekonzern verhängte. Mit knapp 300 Mill. Euro traf die bisherige Rekordsumme BASF.

Quelle: Handelsblatt

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