Angeblich von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung
Erneut Störung im Kernkraftwerk Philippsburg II

Im dem wegen zahlreicher Unregelmäßigkeiten abgeschalteten Block II des Kernkraftwerks Philippsburg ist es am vergangenen Wochenende erneut zu einer Störung gekommen.

ap KARLSRUHE. Wie der Betreiber Energie Baden-Württemberg (EnBW) am Freitag in Karlsruhe mitteilte, wurde am 10. November bei einer Begehung des Atommeilers festgestellt, dass ein Speicherantrieb im Leistungsschalter der laufenden Nachkühlpumpe nicht abschaltete.

Laut EnBW hatte die Störung keinen Einfluss auf die Funktion der Nachkühlpumpe. Auch das Abschalten des Schalters wäre jederzeit möglich gewesen, hieß es. Zur Beseitigung der Störung sei der Leistungsschalter gegen ein Ersatzteil ausgetauscht worden. EnBW wies darauf hin, dass der Austausch von elektronischen Bauteilen in diesem Fall meldepflichtig gewesen sei, weil die Nachkühlpumpen zu den Sicherheitssystemen gehörten. Die schriftliche Meldung an die Aufsichtsbehörde sei am Donnerstag, 15. November, erfolgt. Das Unternehmen reihte das Ereignis in die unterste Kategorie N (Normalmeldung) der Störungsstufen ein. Nach dieser vorläufigen Bewertung sei der Vorfall als von geringer sicherheitstechnischer Bedeutung zu bewerten, erklärte EnBW. Das Unternehmen legte Wert auf die Feststellung, dass die öffentliche Mitteilung von Normalmeldungen in der Vergangenheit nicht Praxis gewesen sei. Bisher sei der Landtag von der Aufsichtsbehörde vierteljährlich darüber unterrichtet worden. Die EnBW veröffentliche diese Normalmeldung, um den Umgang und die Bewertung von meldepflichtigen Ereignissen transparenter zu gestalten.

Das Kernkraftwerk Philippsburg II war am 8. Oktober auf unbestimmte Zeit abgeschaltet und vom Netz genommen worden. Damals war offenbar geworden, dass das Notfallkühlsystem nach der Revision des Kraftwerks im August nicht voll funktionstüchtig gewesen war. EnBW-Chef Gerhard Goll hatte zugeben müssen, dass es beim Betrieb des Atommeilers eine Reihe menschlicher Fehler und Unterlassungen gegeben habe. Die notwendigen Maßnahmen seien eingeleitet worden, "um Zweifel an der Zuverlässigkeit auszuschließen", hatte Goll Ende Oktober versichert.

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