Angeblich will die schwedische Reichbank die Krone stützen
Interventionsgerüchte schmälern Wert des Euro

Der Euro ist am Freitag nach neuen Gerüchten über Stützungskäufe der schwedischen Reichsbank zu Gunsten der Krone von seinem Dreiwochen-Hoch bei 0,8673 Dollar zurückgefallen.

rtr FRANKFURT. Die Reichsbank, die bereits am Vormittag zu Gunsten der Krone am Devisenmarkt eingegriffen hatte, lehnte eine Stellungnahme zu einer angeblichen weiteren Intervention ab. Händlern zufolge hatte die Notenbank dabei rund 100 Mill. ? verkauft. Von am Nachmittag veröffentlichten unerwartet schwachen US-Konjunkturdaten zeigte sich der Euro ebenso unbeeindruckt wie von Äußerungen von Bundesfinanzminister Hans Eichel, der EZB-Chef Wim Duisenberg den Rücken stärkte und das Interesse an einem starken Euro bekräftigte.

Zum Handelsschluss in New York wurde die Gemeinschaftswährung mit 0,8612/17 $ gehandelt, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs am Mittag in Frankfurt mit 0,8662 $ ermittelt hatte. Die US-Valuta notierte mit 122,90/96 nach einer Eröffnung in New York mit 120,90/00 Yen.

Händlern zufolge hatten Spekulationen über Dollarverkäufe der schwedischen Reichsbank den Euro am Vormittag auf sein höchstes Niveau zur US-Währung seit drei Wochen anziehen lassen. Händlern zufolge verkaufte die Reichsbank zunächst Euro und veräußerte dann Dollar gegen die Krone. Die Reichsbank indes bestätigte lediglich Stützungskäufe zu Gunsten der schwedischen Krone und nannte keine Details. Zu angeblichen Interventionen am Nachmittag äußerte sich die Notenbank in Stockholm nicht.

Steve Barrow vom Investmenthaus Bear Stearns in London sagte: "Die Reichsbank hat gestern vor ihren Absichten gewarnt, der Markt sollte also nicht überrascht sein." Am Donnerstag hatte die Reichsbank Interventionen als Mittel zur Bekämpfung der Kronen-Schwäche bezeichnet. Die Stützungskäufe begründeten die schwedischen Währungshüter mit Risiken für die Preisstabilität.

Der Euro profitierte nach Einschätzung von Händlern weiter davon, dass der US National Association-Industrieverband of Manufacturers (NAM) am Donnerstag seine Forderung an die US-Regierung bekräftigt hatte, die Politik des starken Dollar aufzugeben. Die US-Währung sei um 25 bis 30 % "aus der Balance", hatte Verbandspräsident Jerry Jasinowski gesagt. Dies belaste die US-Industrie. "Der Euro ist zunächst von den NAM-Äußerungen getragen worden (...), aber das war keine plötzliche Verbesserung der Stimmung", sagte Audrey Childe-Freeman von CIBC World Markets.

Der Yen leide weiterhin unter anhaltenden Forderungen nach einer weiteren geldpolitischen Lockerung in Japan, sagten Marktteilnehmer. Wirtschaftsminister Heizo Takanaka sagte, die Regierung zähle auf weitere Lockerungen. Die Forderungen nach einer weiteren Lockerung waren aufgekommen, nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal um 0,2 % gesunken war. Am Freitag ließ die BoJ ihre Geldpolitik indes erwartungsgemäß unverändert.

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