Angeblicher Attentatsplan
Castro dominiert Iberoamerika-Gipfel

dpa PANAMA-STADT. Die Polizei in Panama hat während des Iberoamerika-Gipfels in Panama am Wochenende vier Exilkubaner festgenommen, die ein Attentat auf Kubas Staats- und Parteichef Fidel Castro geplant haben sollen. Castro forderte noch am Samstag deren Auslieferung nach Kuba. Unter den Festgenommen befindet sich auch der als Drahtzieher zahlreicher Terroranschläge bekannte Luis Posada Carriles.

Castro verstand es wie jedes Jahr bei den Treffen der Staats- und Regierungschefs Lateinamerikas, Spaniens und Portugals, das öffentliche Interesse auf sich zu ziehen. Er hatte unmittelbar nach seiner Ankunft in Panama am Freitag vor der Presse von dem angeblichen Mordplan berichtet.

In Kuba droht den Festgenommenen die Todesstrafe

Sprecher der Exilkubaner in den USA vermuteten allerdings eine Farce, mit der Castro von den Zuständen in seinem Land ablenken wolle. Wenig später wurden der von Castro als Drahtzieher genannte Posada, der seit einigen Jahren in El Salvador lebt, und seine drei Gefährten in einem Hotel in Panama-Stadt festgenommen. Waffen wurden bei ihnen ersten Berichten zufolge nicht gefunden. In Kuba müssten die Männer mit der Todesstrafe rechnen.

Das Thema Terrorismus dominierte auch die Debatten des Gipfels, der eigentlich die Lage der Kinder und Jugendlichen in Lateinamerika zum Thema hatte. Castro warf dem Präsidenten El Salvadors, Francisco Flores vor, dass Posada Carriles jahrelang ungestört in El Salvador leben und seine verschiedenen Aktionen vorbereiten konnte. Flores konterte, dass Kuba im Bürgerkrieg der 80er Jahre die marxistische Guerilla unterstützt habe und damit für Tausende Tote mitverantwortlich sei.

Ohne die Stimme Kubas verabschiedete der Gipfel ein Dokument, in dem der Terror der baskischen Separatistenorganisation ETA verurteilt wird. Kuba verweigerte die Unterschrift mit dem Argument, dass auch die Untergrundaktionen des US-Geheimdienstes CIA gegen die sozialistische Karibikinsel verurteilt werden müssten. Zum Abschluss am Samstagabend (Ortszeit) verabschiedete der Gipfel die "Erklärung von Panama", in der eine Verbesserung der Lage der Kinder und Jugendlichen in der Region gefordert wird. Panamas Präsidentin Mireya Moscoso sagte in ihrer Schlussrede, die Regierungen müssten ihre Ausgaben für Erziehung, Gesundheitswesen und Armutsbekämpfung erhöhen.

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