Angebliches Versteck umstellt
Ostallianz will Höhle bin Ladens gefunden haben

Afghanische Anti-Taliban-Kämpfer haben am Freitag nach eigenen Angaben eine Höhle in der Bergfestung Tora Bora entdeckt, in der sich womöglich noch der Extremistenführer Osama bin Laden aufhalten soll. Gesicherte Erkenntnisse über seinen Aufenthaltsort gab es aber keine. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte, er sei nicht sicher, wo genau sich bin Laden aufhalte.

ap TORA BORA. Er werde in Tora Bora vermutet, könne jedoch auch geflüchtet sein. Der Militärchef der Ostallianz, Hasrat Ali, erklärte, es gebe einen Ort in der Höhle, in der sich Bin Laden seiner Ansicht nach versteckt halte. Er sagte aber nicht, worauf sich diese Einschätzung stützt. Seine Kämpfer hätten die Höhle umstellt. Zuvor hatte er gesagt, die Höhle sei bereits eingenommen und durchsucht worden.

Ali erklärte weiter, Soldaten der Ostallianz hätten auf einem Bergkamm in der Gegend von Tora Bora 100 bis 120 El-Kaida-Kämpfer eingekesselt. Die Kämpfer hätten sich in einer Senke verschanzt, könnten aber nicht fliehen. Viele El-Kaida-Leute seien getötet oder verwundet worden. Das Gefecht zwischen seinen Soldaten und den Kämpfern von El Kaida dauere noch an.

Die Anti-Taliban-Truppen hatten ihre Offensive am Donnerstag begonnen, nachdem es Berichte gab, dass sich die Führungsriege der El-Kaida aus Tora Bora abgesetzt habe. Es sei möglich, dass die El-Kaida-Führer nach Pakistan geflohen seien, hieß es.

Das US-Verteidigungsministerium erklärte, die Kämpfer der El Kaida hätten sich in zwei Tälern verschanzt, aus denen sie nicht mehr ausbrechen könnten. Truppen der afghanischen Opposition rückten von Norden auf die Täler zu, die im Süden bis nach Pakistan reichen. Dort habe die pakistanische Regierung Soldaten stationiert, um eine Flucht unmöglich zu machen.

Pakistan kann Grenze nicht lückenlos überwachen

Pakistan selbst hat allerdings schon eingestanden, dass sich die Grenze in dem Gebirge praktisch nicht lückenlos überwachen lässt. Die pakistanischen Sicherheitskräfte nahmen unterdessen über 100 Pakistaner fest, die bis vor kurzem noch auf der Seite der Taliban in Afghanistan gekämpft hatten und jetzt nach Pakistan zurückkehrten. US-Marineinfanteristen übernahmen am Freitag die Kontrolle über den Flughafen der ehemaligen Taliban-Hochburg Kandahar.

Die Soldaten schnitten den Zugang zu dem schwer beschädigten Flughafen rund 16 Kilometer südöstlich der Stadt ab. Militärsprecher Major Christopher Hughes sagte, die Marineinfanteristen hätten nur einen Teil des Flughafens übernommen und wollten ihn wieder unter zivile Kontrolle stellen. Örtliche Unternehmen sollten den Wiederaufbau übernehmen und so eine Verbindung zur Außenwelt schaffen. Ein Mitarbeiter der neuen Verwaltung in Kandahar sagte, der Flughafen solle für erste Hilfsflüge schon in der kommenden Woche wieder geöffnet werden.

Die EU-Staaten wollen zusammen eine Friedenstruppe von 3 000 bis 4 000 Soldaten nach Afghanistan entsenden. Der belgische Außenminister und amtierende EU-Ratspräsident Louis Michel verkündete nach der ersten Arbeitssitzung des Europäischen Rates am Freitag auf Schloss Laeken, die Europäische Union warte auf das Mandat der Vereinten Nationen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%