Angebot abgelehnt - SAP Nutznießer
Peoplesoft stemmt sich gegen Oracle

Der SAP-Konkurrent und US-Software-Hersteller Peoplesoft hat auch das erhöhte milliardenschwere Übernahmeangebot des heimischen Rivalen Oracle abgelehnt.

Reuters NEW YORK. Das beschloss das Führungsgremium (Board) von Peoplesoft einstimmig, wie das Unternehmen am Freitag bekannt gab. Grund für die Entscheidung sei der ungewisse Ausgang der kartellrechtlichen Prüfung einer Fusion und die erklärte Absicht von Oracle, Produkte von Peoplesoft einzustellen. Beides würde den Geschäften von Peoplesoft irreparablen Schaden zufügen, hieß es. Oracle warf dem Peoplesoft-Management im Gegenzug vor, die Interessen der eigenen Aktionäre zu ignorieren.

Der weltweit zweitgrößte Software-Hersteller Oracle hatte am Mittwoch sein Angebot auf 19,50 Dollar je Peoplesoft-Aktie von bislang 16,00 Dollar erhöht. Das Gesamtvolumen der Offerte steigt damit auf 6,3 Mrd. Dollar von zuvor 5,1 Mrd. Dollar. Peoplesoft hatte daraufhin seinerseits mit dem bereits angekündigten eigenen Übernahmeangebot für den kleineren Konkurrenten J.D. Edwards im Volumen von 1,75 Mrd. Dollar begonnen. Oracle ist gegen dieses Geschäft.

Oracle will mit dem angestrebten Peoplesoft-Erwerb der deutschen SAP in deren Kerngeschäft Unternehmenssoftware stärker Konkurrenz machen. Von der Übernahmeschlacht wird nach Einschätzung von Analysten womöglich vor allem aber gerade SAP profitieren, da sich verunsicherte Kunden der beiden Fusionskandidaten nun dem Walldorfer Konzern zuwenden könnten.

Wie Peoplesoft in einer Mitteilung an US-Wettbewerbsbehörden hervorhebt, würde eine Fusion mit Oracle durch die Prüfung der Kartellwächter beträchtlich verzögert. Es bestehe ferner eine "erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass die Transaktion verboten würde".

Auch der Justizminister des US-Bundesstaats Connecticut sieht in einem Zusammengehen beider Unternehmen einen Verstoß gegen Wettbewerbsgesetze und hat daher Klage gegen Oracle eingereicht, um die Übernahme zu blockieren. Branchenanalysten sind sich indes nicht eins, ob ein Zusammenschluss tatsächlich ernsthafte kartellrechtliche Probleme aufwerfen wird.

Peoplesoft-Aktien notierten am Freitag gegen den freundlichen Markttrend um 0,6 % schwächer auf 17,49 Dollar. Oracle verloren 1,35 % auf 13,16 Dollar.

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