Angebot der neuen Adig-Fondsbank ebase
Sparpläne für 4 000 Fonds

Die Adig stellt das Angebot aller Direktbanken in den Schatten. Keiner bietet im Internet mehr Fondssparpläne an. Außerdem soll es alle Produkte zum halben Ausgabeaufschlag geben.

ali DÜSSELDORF. Der Wettbewerb der Fondssupermärkte ist in Deutschland voll entbrannt: Jetzt kündigte die Adig, die Fondsgesellschaft der Commerzbank, zum Beginn kommenden Jahres den Start der European Bank for Fund Services - kurz ebase - an. Bei einem Fondssupermarkt wie ebase können Vermittler und Anleger Fonds mehrerer Investmenthäuser kaufen und über ein einziges Depot verwalten. "Ab kommendem Jahr werden bei ebase rund 3 500 bis 4 000 der etwa 5 000 in Deutschland zugelassenen Fonds - auch im Sparplan - erhältlich sein", kündigte Arnd Thorn, Geschäftsführer der Adig, bei der Vorstellung von ebase an. Im Laufe des nächsten Jahres sollen alle in Deutschland zugelassenen Produkte bei ebase zu haben sein.

In Deutschland gibt es mittlerweile eine Reihe solcher Fondssupermärkte. Zwei Gruppen sind dabei zu unterscheiden: Die Plattformen, die nur Vermittlern zugänglich sind und diejenigen, bei denen auch Privatanleger Fonds direkt kaufen und über ein einziges Depot verwalten können. Zur ersten Gruppe zählt zum Beispiel das Projekt der DWS, die in Luxemburg eine Fondsplattform für Vermittler startet (siehe "Handelsblatt" vom 19.9.2001). Auch das Angebot der Fonds Service Bank, ein Gemeinschaftsprojekt der Münchener Rück und der Hypo-Vereinsbank, geht in diese Richtung. Zur zweiten Gruppe zählen die Fondssupermärkte der Direktbanken wie DAB, Consors oder Comdirect.

ebase richtet sich laut Adig-Geschäftsführer Thorn zwar primär an Fondsvermittler. "Aber auch private Anleger können bei uns Fonds direkt kaufen und bekommen die Hälfte des Ausgabeaufschlages erlassen", so Thorn.

Der Clou: Mit ihrem Angebot von 4 000 Fonds im Sparplan würde die Adig dank ebase das beste Angebot im Markt haben; bei keiner Direktbank gibt es so viele Fonds im Sparplan - auch nicht beim Direktbroker des Konzerns, der Comdirect. "Aus Rücksicht auf unsere Vertriebspartner soll der direkte Fondskauf bei der Adig aber nicht beworben werden", erklärt Thorn.

Andere Betreiber von Fondssupermärkten wie die DWS sind zurückhaltender und gewähren Privatanlegern keinen Zugang mit der Erklärung, man wolle den Vertriebsweg Vermittler nicht kannibalisieren. Dazu erklärt Thorn: "Wenn ein Kunde Fonds direkt kaufen will, kann er es bei den Direktbanken heute schon, also ist dies für uns kein Grund, unseren Kunden einen Vertriebsweg zu verschließen."

Bei ebase werden künftig alle Investmentdepots der Adig verwaltet. Der Kunde hat die Wahl zwischen zwei Modellen: Beim "Adig Depot" können nur Adig-Fonds verwaltet werden; es kostet 10 Euro im Jahr. Im "ebase Depot" kann der Kunde oder der Vermittler für seine Kunden Fonds anderer Häuser aufnehmen. Das Depot kostet 36 Euro pro Jahr, unabhängig von der Zahl der Posten und der Anlagesumme.

Als Vertriebspartner sind bei ebase bislang der Versicherer HDI und der Maklerpool ATS Fondskonzept dabei. "Wir verhandeln mit einem dritten Partner, so dass zum Start von ebase rund 11 000 Vermittler die Plattform nutzen werden", sagte der Adig-Geschäftsführer.

Damit die Plattform als wirklich neutral wahrgenommen wird, will Adig bei ebase auch andere Gesellschafter aufnehmen. "Auch hierzu laufen bereits Gespräche", so Thorn. Kandidaten als Miteigentümer von ebase seien andere Kapitalanlagegesellschaften, Maklerpools oder Versicherungen - kurz andere Vertriebspartner. Der Adig-Mann bestätigte die Erwartung, dass langfristig nur zwei bis drei Fondssupermärkte in Deutschland überleben werden.

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