Angebot erhöht
Oracle kündigt Klage gegen Peoplesoft an

Der amerikanische Softwarekonzern Oracle Corp. hat seine Übernahmeofferte für den Konkurrenten Peoplesoft Inc. auf 6,3 Milliarden Dollar (5,4 Mrd. Euro) oder 19,50 Dollar je Aktie in bar erhöht. Dies teilte Oracle am Mittwoch mit. Oracle hatte zuvor ein feindliches Angebot von 5,1 Milliarden Dollar oder 16 Dollar je Peoplesoft-Aktie gemacht. Damit hat sich die Schlacht um Peoplesoft weiter erheblich verschärft.

HB/dpa REDWOOD SHORES. Die neue Offerte stellt nach Angaben des Unternehmens ein Aufgeld von 29 Prozent gegenüber dem Peoplesoft-Kurs vor dem ursprünglichen Angebot vom 6. Juni dar. Oracle habe zugleich eine Klage gegen Peoplesoft, dessen Verwaltungsrat und die Softwarefirma J.D. Edwards bei einem Gericht im US-Bundesstaat Delaware eingereicht, hieß es. Damit will das Unternehmen die geplante Übernahme des kleineren Konkurrenten J.D. Edwards durch Peoplesoft für 1,75 Mrd. Dollar verhindern.

Zugleich wirft Oracle beiden Unternehmen in der Klage vor, die Möglichkeit einer Annahme des Oracle-Angebots durch die Peoplesoft - Aktionäre verhindern zu wollen. Peoplesoft hatte vor wenigen Tagen das Angebot für J.D. Edwards aufgebessert und bietet den Aktionären neben einem Aktientausch auch 865 Mill. Dollar in bar an. Hierdurch entfällt die Notwendigkeit, die Übernahme durch die Aktionäre genehmigen zu lassen. Oracle verlangt ein Verzicht auf das Fusionsabkommen und auf die so genannte "Giftpille" - eine unternehmerische Maßnahme zur Verhinderung von feindlichen Übernahmeversuchen.

Peoplesoft hatte wiederum Oracle am vergangenen Freitag wegen unfairer Geschäftspraktiken, Geschäftsschädigung und Eingriffe in die Beziehungen zwischen Peoplesoft und seinen Kunden verklagt. Oracle wolle die Lebensfähigkeit von Peoplesoft untergraben, indem die Produkte schlecht gemacht und Zweifel bei den Kunden sowie potenziellen Kunden hervorgerufen würden. J.D. Edwards hatte Oracle bereits zuvor bei zwei Gerichten wegen Wettbewerbsbehinderung verklagt und verlangt Schadenersatz in ungenannter Höhe.

Oracle habe in den vergangenen Tagen mit Aktionären gesprochen, die die Mehrheit bei Peoplesoft hätten, erklärte Oracle-Chef Larry Ellison. Viele hätten angedeutet, zu welchen Preisen sie ihre Peoplesoft-Aktien anbieten würden. Oracle habe deshalb sein Barangebot auf 19,50 Dollar je Aktie erhöht. Oracle-Finanzchef Jeff Henley rechnet damit, dass die Mehrheit der Peoplesoft-Aktionäre den Verwaltungsrat kontaktieren werde, um die Möglichkeit einer Annahme der Offerte zu verlangen.

Alle drei Firmen sind wichtige Anbieter von Anwendungs-Software für Unternehmen. Oracle ist derzeit der zweitgrößte Softwarekonzern der Welt. Bei einer Übernahme von J.D. Edwards durch Peoplesoft würden die Unternehmen im Bereich Unternehmens-Software Oracle den zweiten Platz hinter Marktführer SAP streitig machen. Peoplesoft und J.D. Edwards hatten sich bereits in den vergangenen Tagen vehement gegen die ursprüngliche Oracle-Offerte für Peoplesoft zur Wehr gesetzt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%