Angebot knapp unter Börsenkurs
WestLB will britisches Schienennetz übernehmen

Die Düsseldorfer WestLB will nach Informationen der "Financial Times" (London) das stark angeschlagene britische Eisenbahnunternehmen Railtrack übernehmen. Einen entsprechenden Vorschlag habe die Bank Railtracks Verwaltern von Ernst & Young unterbreitet.

dpa DÜSSELDORF/LONDON. Railtrack steckt in einer schweren Krise, weil die britische Regierung die Aktiengesellschaft nicht mehr länger unterstützen will. Die WestLB kommentierte den Bericht nicht. Ein Sprecher sagte am Samstag auf Anfrage: "Das ist auch nicht neu. Nein, das möchten wir nicht kommentieren."

Am Freitag der vergangenen Woche hatte ein Sprecher der Bank allerdings bestätigt, dass die Bank in dieser Sache an die britische Regierung herangetreten sei. Einzelheiten waren seinerzeit nicht genannt worden. In britischen Medienberichten hatte es damals geheißen, auch andere Banken wie Barclays, die Citigroup sowie die japanische Nomura seien an Railtrack interessiert. Unklar war geblieben, ob die WestLB für sich selbst oder im Namen eines Konsortiums Interesse an der Bahngesellschaft angekündigt hatte.

Railtrack verwaltet das gesamte Schienennetz von 37 000 Kilometern Länge, 2 500 Bahnhöfe und außerdem Brücken und Signalanlagen. Das Unternehmen wird für eine Serie von Zugunglücken verantwortlich gemacht. Die Regierung wirft ihm vor, des Profits wegen die Sicherheit vernachlässigt zu haben.

Premierminister Tony Blair hatte in der vergangenen Woche gesagt, künftig solle die Sicherheit wieder an erster Stelle stehen. Wie die "Financial Times" am Samstag berichtete, will die WestLB alle Aufgaben zur Überwachung der Sicherheit einer nicht auf Profit ausgerichteten Organisation übergeben. Railtrack solle sich dann auf die bestmögliche Vermarktung der Schienen, Bahnhöfe und Brücken beschränken. Als wertvollster Besitz des Unternehmens gilt die Eurostar-Schnellstrecke vom Kanaltunnel nach London. Solche Strecken vermietet Railtrack an private Zugunternehmen.

Die Aktionäre von Railtrack erwägen zurzeit eine Klage gegen die Regierung. Sie werfen ihr vor, dem Unternehmen ohne überzeugenden Grund das Vertrauen entzogen und es damit ruiniert zu haben. Eine Rettung durch die WestLB dürfte den Aktionären höchst willkommen sein und könnte der Regierung gerichtliche Auseinandersetzungen ersparen, kommentierten britische Medien. Der Handel mit Railtrack-Aktien war am 8. Oktober bei 280 Pence pro Aktie ausgesetzt worden. WestLB will den Aktionären den Berichten zufolge bis zu 240 Pence pro Aktie bieten. Bei der Börsennotierung 1996 war die Aktie 390 Pence wert gewesen.

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