Angebot soll ausgeweitet werden
Rewe hat Heißhunger auf Schweizer Bon Appetit

Die Kölner Rewe-Gruppe will den schweizerischen Lebensmittelhändler Bon Appetit übernehmen und damit ihre Stellung als drittgrößtes Handelsunternehmen in Europa festigen.

Reuters FRANKFURT. "Die Rewe-Gruppe setzt mit der Akquisition ihre Internationalisierung fort und steigert ihren Auslandsumsatz in nunmehr zwölf europäischen Ländern auf über zehn Milliarden Euro", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Insgesamt kostet Rewe die Übernahme 265 Mill. Franken (knapp 170 Mill. Euro), wie eine Sprecher der Kölner Handelsgruppe auf Anfrage sagte. Bon Appetit gelte mit einem Jahresumsatz von etwa 2,1 Mrd. Euro (3,17 Mrd. Franken) und rund 5 000 Beschäftigten als "dritte Kraft" im schweizerischen Lebensmittelhandel.

Aktienmehrheit bereits erworben

Der Handels- und Touristikkonzern Rewe hat nach eigenen Angaben bereits am Dienstag die Curti & Co. AG erworben, die 53 Prozent an der Bon Appetit Group halte. Rewe bezahlte demnach für dieses Paket 78,70 Schweizer Franken je Aktie im Vergleich zu einem Börsenkurs von zuletzt rund 53 Franken. Curti & Co AG decke mit dem Verkaufspreis unter anderem Gewährleistungen, Garantien und Transaktionskosten ab. Die Übernahme werde vom Verwaltungsrat und der Geschäftsleitung der Bon Appetit Group einstimmig empfohlen und stehe noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung durch die Kartellbehörden. Den gesamten Kaufpreis teilte Rewe zunächst nicht mit.

Der Handelskonzern kündigte zugleich an, den außen stehenden Aktionären von Bon Appetit ein Übernahmeangebot von 60,80 Franken je Namensaktie unterbreiten zu wollen. Dies entspreche einer Prämie von 25 % auf den durchschnittlichen Eröffnungskurs der Papiere in den vergangenen 30 Börsentagen.

Umstrukturierung und Angebotsausweitung geplant

Bon Appetit hatte im vergangenen Jahr vor allem infolge von Sonderkosten einen Verlust von gut 63 Mill. Franken verbucht und daraufhin Restrukturierungsmaßnahmen eingeleitet. "Rewe wird die Bon Appetit Group, die sich nach Umstrukturierungen in ihrer neuen Strategie auf die Kerngeschäfte Lebensmittelgroßhandel für Einzelhandelsmärkte und Gastronomie sowie Discount konzentriert, mit unverändertem Management fortführen", hieß es dazu in der Mitteilung des Kölner Handelskonzerns.

Bon Appetit soll den Angaben zufolge das bisherige Angebot ausweiten und zum Beispiel selbstständige Kaufleute beliefern. Auch sollen die Bereiche Gastronomie-Großhandel und Großverbraucher-Service gestärkt werden. "Die Schweiz ist ein überaus interessanter Markt", kommentierte Rewe-Chef Hans Reischl den Zukauf seiner Gesellschaft. "Mit der Bon Appetit Group können wir in unserem Länder-Portfolio jetzt die Lücke zwischen Deutschland und Italien sowie zwischen Frankreich und Österreich schließen."

Bon Appetit ist den Angaben zufolge mit Marken wie Pick pay, Primo, Visavis, Magro und Lekkerland im Lebensmittelhandel für Endverbraucher sowie mit Prodega CC, Growa CC, Howeg und Aldis Service Plus im Gastronomiehandel und Großverbraucher-Service tätig. Rewe sieht sich mit einem Umsatz von 37,4 Mrd. Euro sowie mit 187 000 Beschäftigten und 11 200 Einzelhandelsmärkten in zwölf Ländern als Nummer Drei in Europa. Das Unternehmen betreibt Supermärkte wie HL, Minimal oder Penny, Warenhäuser wie toom und Globus sowie zahlreiche Reiseanbieter.

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