Angebot soll Stellung im Dax stärken – Allianz-Anteil verwässert
MAN will allen Aktionären das Stimmrecht geben

Der Maschinenbau- und Lkw-Konzern MAN AG will seine Vorzugsaktien in Stammaktien umwandeln.

jojo/cbu MÜNCHEN. Alle Inhaber von stimmrechtlosen Vorzugsaktien sollen ihre Papiere in Stammaktien tauschen können, teilte das Münchener Unternehmen mit. Ziel sei es, die Stellung der MAN-Aktie im Deutschen Aktienindex Dax zu stärken. Der Schritt, über den lange diskutiert wurde, kam überraschend.

Die Zeit drängt, denn ab Mitte Juni gewichtet die Deutsche Börse den Dax nach dem Streubesitz. Das ist der Anteil der Aktien, der sich tatsächlich kaufen und verkaufen lässt. Bislang orientierte sich dabei die Gewichtung an allen Aktien. Künftig soll aber nur noch eine Gattung berücksichtigt werden, also Stamm- oder Vorzugsaktien. Damit könnte MAN einem eventuell drohenden Rausschmiss aus dem Dax zuvorkommen.

Gegen eine Zuzahlung von 3,30 Euro können die Inhaber von Vorzugsaktien ihre Papiere tauschen. Die Prämie entspricht nach Angaben von MAN etwa zwei Dritteln der durchschnittlichen Differenz zwischen den Schlusskursen von Stamm- und Vorzugsaktien während der vergangenen drei Monate. Am späten Donnerstagnachmittag notierten die MAN-Stämme bei 28,4, die Vorzüge bei 24,7 Euro.

Durch die Transaktion verwässert sich der Anteil des Versicherungskonzerns Allianz. Die Allianz ist über die Regina Verwaltungsgesellschaft an MAN beteiligt. Regina kontrolliert derzeit 36 % des stimmberechtigten Kapitals. An Regina sind mit 50 % die Allianz und mit je 25 % die Münchener Rück und die Commerzbank beteiligt. Wie hoch der Regina-Anteil nach der Umwandlung sein wird, ist noch unklar und hängt von der Umtauschquote ab. Der Regina-Anteil wird aber in jedem Fall über 25 % und damit über der Sperrminorität liegen, so ein MAN-Sprecher. Bisher galt die Allianz als Gegner einer Abschaffung der Vorzüge, da sich damit ihre Aktionärsposition verschlechtert.

Über das Tauschgeschäft muss die Hauptversammlung am 17. Mai entscheiden. Stimmen die Aktionäre zu, fließen 120 Mill. Euro in die Kassen von MAN. Schon im vergangenen Jahr hatte der Konzern Vorzugsaktien für rund 160 Mill. Euro zurückgekauft. MAN meldete für 2001 einen Gewinneinbruch.

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