Angebot von digitalen Action-Serien
Kloiber steigt ins Bezahlfernsehen ein

Der Film-Unternehmer Herbert Kloiber will im kommenden Jahr mit drei neuen Digital-Kanälen in das Geschäft mit dem Bezahlfernsehen einsteigen, das bisher von Leo Kirchs Premiere World dominiert wird.

Reuters MÜNCHEN. Das Projekt werde von Kloibers Tele München Gruppe und der ebenfalls in München ansässigen Dienstleistungsfirma Get on Air geplant, teilten die beiden Unternehmen am Montag mit. Unter der Dachmarke Gate sollten voraussichtlich im März der Zeichentrick-Kanal Toongate, im Juni der Serien- und Spielfilm-Sender Actiongate und im Herbst der Service- und Lifestyle-Kanal Homegate auf Sendung gehen. Später seien noch weitere Kanäle geplant.

Lizenz für Actiongate bereits erteilt

Der Zeichentrick-Kanal Toongate ist den Angaben zufolge eine 100-prozentige Tochter von Get on Air, die bereits von der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) eine Sendelizenz erteilt bekommen habe. Toongate sei mit Serien wie "Popeye" und "Ninja Turtles" zunächst von 06:00 bis 20:00 Uhr zu sehen, hieß es weiter. Für Actiongate habe TMG bereits die Lizenz erhalten und eine weitere für Homegate beantragt. "Mit der Erteilung ist Anfang 2002 zu rechnen", hieß es weiter. TMG habe Get on Air mit dem Aufbau dieser beiden Sender beauftragt.

Der Einstieg weiterer Partner sei derzeit nicht geplant, sagte eine Sprecherin von Get on Air, einem Dienstleister für den Aufbau und die Verbreitung digitaler und interaktiver Fernsehsender. Auch gebe es derzeit keine Gespräche mit internationalen Unternehmen wie Liberty Media über einen Auftrag in Deutschland.

Geplante Anlaufkosten 300 Mill. DM

Kloiber, der als zweitgrößter Filmrechtehändler in Deutschland nach Kirch gilt, hatte im Mai den Start eines neuen Senders unter dem Arbeitstitel TM.TV angekündigt, der vor allem Action-Serien digital anbieten sollte. Damals bezifferte Kloiber die geplanten Anlaufkosten für diesen Sender mit 300 Mill. DM. Der operative Verlust werde 2002 dafür voraussichtlich rund 75 Mill. DM betragen. Kloiber war am Montag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Kloiber hatte vor einigen Jahren den inzwischen als Neun Live firmierenden Sende tm3 als Frauenkanal konzipiert. Nach dem Einstieg des US-australischen Medienkonzerns News Corp von Rupert Murdoch wurde tm3 in einen Champions-League-Sender umgewandelt. Kloiber veräußerte schließlich seine verbleibenden Anteile an tm3 an Murdoch, der diese inzwischen aber an H.O.T. veräußerte. Murdoch ist über seine britische Tochter BSkyB an KirchPayTV beteiligt, kann von Kirch aber einen Rückkauf der Anteile verlangen.

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