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Banken ködern Fußball-Fans

Wenn am kommenden Samstag der Ball beim Eröffnungsspiel der Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz rollt, dürfte mancher Fan nicht nur aus Patriotismus mitfiebern. Auch zahlreiche deutsche Banken sind auf den EM-Zug aufgesprungen - und versuchen die fußballbegeisterten Fans durch "Champions Bonds" und "Europameister"-Konten zu ködern.

HB MÜNCHEN. Wer sich auf ihre verlockenden Angebote einlässt und etwa auf einen deutschen Sieg setzt, kann aus seinem Ersparten durchaus mehr machen. Doch Experten warnen, dass die Produkte für fußballbegeisterte Kunden weniger lukrativ sind als sie auf den ersten Blick scheinen.

Die größte Fußball-Begeisterung zeigt die Allianz-Tochter Dresdner Bank. Bei einem Online-Börsenspiel können Fans ihr Fußballwissen mit ihrem Geschick als Aktionär verknüpfen. Anfang März war Anpfiff für das Tagesgeldkonto "Europameister", mit dem die Bank neue Kunden locken will: Gewinnt die deutsche Elf, bekommen Sparer fünf Prozent Zinsen, sonst sind es maximal 3,75 Prozent.

"Wem es um den maximalen Zins geht, der kann bei anderen Banken attraktivere Angebote finden mit einer Grundverzinsung von über 4,0 Prozent", kritisiert Karin Baur von der Zeitschrift "Finanztest" und verweist auf Produkte der Direktbanken. "Dann kann man als Fan immer noch im Wettbüro Fußballwetten auf die EM abschließen." Wer aber schon ein Geldmarktkonto bei der Dresdner habe, könne die zusätzliche Chance ruhig nutzen.

Auch die zur italienischen Unicredit gehörende Münchener HypoVereinsbank lässt den EM-Ball nicht an sich vorbeirollen und bietet Privatkunden seit Anfang Mai eine Anleihe an. Beim "Champions Bond" erhöht sich die Mindestrückzahlung am Ende der fünfjährigen Laufzeit auf 106 Prozent von 100 Prozent, wenn der Europameister aus einem der neun Länder kommt, in denen Unicredit vertreten ist. Darunter sind der amtierende Weltmeister Italien und Deutschland. Die HVB spricht von starkem Interesse an der Anleihe, nennt aber wie die Dresdner Bank keine Zahlen. Expertin Baur würde selbst sicherheitsorientierten Sparern nicht zu der Anleihe raten. Zwar habe man - bei 16 Teilnehmern an der EM - eine Chance von mehr als 50 Prozent, mehr Geld zu bekommen. Doch eine Mindestrückzahlung von 106 Prozent bedeute nur, dass der Sparer rund ein Prozent Zinsen im Jahr garantiert bekomme. "Das ist wenig." Festzinsanlagen seien interessanter.

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