Angebote für UMTS-Netz
Schrumpfkur für Mobilcom

Dem Mobilfunkanbieter Mobilcom liegen nach eigenen Angaben zwei Angebote für sein UMTS-Netz in der Preisspanne von zehn bis 30 Mill. ? vor. Diese beiden Angebote des niederländischen Telekom-Konzerns KPN und des kleineren Konkurrenten O2 seien sich "sehr ähnlich", sagte Mobilcom Vorstandschef Thorsten Grenz am Donnerstag in Hamburg.

Reuters HAMBURG. Eine erste Entscheidung solle Anfang April getroffen werden. Grenz bezeichnete den Komplettverkauf der Mobilcom-Tochter Multimedia einschließlich UMTS-Netz als weniger wahrscheinlich als den separaten Verkauf des bislang errichteten Funknetzes.

Mobilcom war kürzlich dadurch vor dem Zusammenbruch gerettet worden, dass Großaktionär France Telecom sieben Mrd. ? Schulden seines einstigen Partners übernommen hatte. Im Gegenzug zieht sich Mobilcom aus dem UMTS-Geschäft zurück und verkauft das Funknetz. Von dem Erlös fließen France Telecom 90 % zu.

Grenz bekräftigte die Prognose, wonach Mobilcom im ersten Halbjahr 2003 beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) die Gewinnschwelle erreichen und im Gesamtjahr erstmals seit Jahren wieder schwarze Zahlen schreiben wolle. Im abgelaufenen Jahr hatte Mobilcom bei rückläufigem Umsatz insbesondere wegen Kosten im Zusammenhang mit dem Rückzug aus den UMTS-Aktivitäten einen Rekordverlust von 3,4 Mrd. ? verbucht. Davon entfallen Grenz zufolge 2,83 Mrd. ? auf das UMTS-Geschäft und 230 Mill. auf weitere Sanierungskosten.

Der Verlust war auch ohne die Abschreibungen nach Firmenangaben mit 504 Mill. ? mehr als doppelt so hoch wie im Vorjahr mit 206 Mill. ?. Auch operativ wurde der Verlust mit 146 Mill. ? mehr als verdoppelt. Der Umsatz verringerte sich gleichzeitig um gut 20 % auf 2,053 Mrd. ?.

Rückläufige Kundenzahlen im Mobilfunkgeschäft erwartet

Mobilcom rechnet im laufenden ersten Quartal mit rückläufigen Kundenzahlen im Mobilfunkgeschäft. Für das Gesamtjahr 2003 wies das Büdelsdorfer Unternehmen anlässlich der Bilanzpressekonferenz auf den derzeit schwachen Konsum der Verbraucher hin, der eine Ertragsprognose erschwere.

Der Kundenbestand werde im ersten Quartal vor allem wegen der Ausbuchung unprofitabler Kunden abnehmen, hieß es im Geschäftsbericht. Dieser Rückgang werde zunächst nicht durch eine entsprechende Zahl neuer Kunden kompensiert werden können. Mobilcom gebe der Ertragskraft künftig aber höheres Gewicht als reinem Wachstum bei den Kundenzahlen.

Weiter hieß es, der Bereich Festnetz-Sprachtelefonie gehe von einer Stagnation auf hohem Niveau aus. Das Wachstum der Festnetzsparte dürfte unverändert aus dem Internet-Geschäft resultieren. Mobilcom hatte kürzlich den Verkauf seiner Festnetzsparte an die Internettochter Freenet bekannt gegeben.

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