Angehobene Gewinnprognose aber erfüllt
GM-Gewinn bricht 2001 um 58 Prozent ein

Der Gewinn des weltgrößten Autokonzerns General Motors (GM) ist im vierten Quartal 2001 um 58 % gesunken, lag damit aber leicht über den Analysten-Prognosen. Verantwortlich für den Gewinnrückgang seien die wachsende Konkurrenz, gestiegene Marketingkosten sowie eine Senkung der Produktion wegen der schwachen US-Wirtschaft, teilte GM am Mittwoch in Detroit mit. Für die Herausforderungen des laufenden Jahres sieht sich der Autohersteller aus Detroit gut gerüstet.

rtr/dpa/vwd DETROIT. Im vierten Quartal konnte GM im Vorjahresvergleich dank einer großzügigen Gewährung zinsloser Kredite den Gewinn deutlich erhöhen. Der Nettogewinn stieg von 89 auf 255 Mill. Dollar, teilte das Unternehmen mit. Der US-Absatz stieg dank der breit angelegten Gewährung zinsloser Kredite um ein Fünftel auf 1,27 Millionen Fahrzeuge. Der Konzern erfüllte mit den vorgelegten Ergebniszahlen seine in der vergangenen Woche auf 0,60 $ je Aktie angehobene Gewinnprognose für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres.

Die deutsche Tochter Opel wies derweil für 2001 den höchsten Betriebsverlust seiner Firmengeschichte aus. Die GM-Aktie zeigte sich an der Wall Street im anfänglichen Geschäft wenig verändert.

Der Reingewinn von GM ist nach Konzern-Angaben im Schlussquartal 2001 ohne Berücksichtigung von Einmalposten auf 255 Mill. Dollar oder 0,60 Dollar je Aktie zurückgegangen. Im Vorjahreszeitraum hatte sich der Gewinn auf 609 Mill. Dollar oder 1,15 Dollar je Aktie belaufen. Analysten hatten zuvor einer Umfrage von Thomson Financial/First Call zufolge für das vierte Quartal im Schnitt einen Gewinn von 0,59 Dollar je Aktie vorausgesagt. Der Umsatz sei im vierten Quartal auf 45,95 Mrd. Dollar von 45,00 Mrd. Dollar im Vorjahr gestiegen. Im Gesamtjahr 2001 betrug der Umsatz nach Angaben des Unternehmens 177,3 (Vorjahr 183,3) Mrd. Dollar. Der Gewinn sei auf 1,475 (4,972) Mrd. Dollar oder 3,23 (8,58) Dollar je Aktie gesunken. Im laufenden Jahr will GM nach eigenen Angaben einschließlich des Beitrages der vor Verkauf stehenden Tochtergesellschaft Hughes einen Gewinn von 3,00 Dollar je Aktie erwirtschaften. Die zu 32 % im Besitz von GM befindliche Hughes Electronics schloss das vierte Quartal 2001 mit einem Verlust von 131 (74) Mill. $ ab, den die Gesellschaft mit höheren Marketingkosten für die Gewinnung neuer Kunden begründete. Hughes wird voraussichtlich von ihrem Konkurrenten Echo-Star Communications übernommen.

"Unser Marktauftritt war 2001 ziemlich gut, bedenkt man all die Herausforderungen, die wir bewältigen mussten", sagte GM-Chef Jack Smith. "Die Zugewinne unserer Marktanteile zeigen, dass sich die Strategie von GM am Markt auszahlt, innovative neue Produkte zu entwickeln".

Im Gesamtjahr 2001 ist es GM zum ersten Mal seit 1990 gelungen, den Marktanteil in den USA geringfügig zu steigern. Dazu trug insbesondere der Lkw-Absatz bei. Hier verzeichnete der Automobilbauer einen Anstieg um 2,2 % auf 29,2 %, während der Pkw-Absatz um 0,3 % auf 28,1 % zulegte. Weltweit stieg der Marktanteil von GM geringfügig auf 15,1 % von 15,0 %.

GM teilte mit, dass sämtliche Gewinnbeteiligungsprogramme für Arbeitnehmer auf Basis der Ergebnisse des Jahres 2001 gestrichen würden. Der Konzern will seine Investitionen im laufenden Jahr um ungefähr 11 Prozent auf 7,1 Mrd. $ zurückfahren. Gleichzeitig soll die Effizienz der bestehenden Produktion gesteigert werden, denn nach Einschätzung von GM wird der in der Branche bestehende Preisdruck weiterin anhalten. "Wir sind in guter Verfassung, um die harten Herausforderungen des laufenden Jahres in Angriff zu nehmen", sagte President und CEO Wagoner. "Im vierten Quartal haben wir auf Grund der Qualität unserer Produkte zugelegt. Das Programm "Keep America Rolling" war erfolgreich, die Lagerbestände unserer Händler sind deshalb nun niedrig."

Die amerikanischen Autokonzerne leiden unter der Konjunkturflaute, die durch die Anschläge vom 11. September in den USA noch verstärkt wurde. Sie versuchten durch kostenintensive Kaufanreize wie Nullzins-Kredite weiter Kunden zu locken Dies führte allerdings zu schrumpfenden Gewinnmargen. Während GM im abgelaufenen Jahr noch einen Gewinn verzeichnen konnte, erwarten Analysten bei der Daimler-Chrysler-Tochter Chrysler und Ford für 2001 einen Verlust.

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