Angehörige identifizieren die Opfer des Flugzeugabsturzes
Airbus-Absturz: Ermittler rätseln über Unglücksursache

Die Ermittlungen über die Absturzursache des Airbus A-320 gestalten sich schwierig. Spekulationen um einen Triebwerksbrand wurden jedoch von den bahrainischen Behörden zurückgewiesen.

afp MANAMA. Nach dem Tod aller 143 Insassen bei dem Airbus-Absturz vor der Küste Bahrain rätseln Luftfahrtexperten über die Ursache des Unglücks. Die Ermittler bargen am Donnerstag den Stimmenrekorder des Cockpits, der zusammen mit dem bereits in der Nacht gefundenen Flugdatenschreiber Aufschluss über die Katastrophe vom Mittwoch geben soll. Nach Angaben der Flugesellschaft Gulf Air war der Airbus vom Typ A-320 vor dem Start in Kairo in einem einwandfreien Zustand, bevor er beim dritten Landeversuch auf die bahrainische Hauptstadt Manama in den Persischen Golf stürzte. Rettungskräfte bargen die sterblichen Überreste der 135 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder. Unter den Toten befanden sich zahlreiche Kinder. In Manama begannen unterdessen Angehörige mit der Identifizierung der Opfer.

Ausländische Experten unterstützen die Ermittler

Behörden in Bahrain kündigten die Bildung einer internationalen Untersuchungskommission an, in der Vertreter des europäischen Flugzeugbauers Airbus Industrie sowie Experten aus den USA gemeinsam nach den Ursachen des Absturzes suchen sollten. Auch Frankreich schickte zwei Luftfahrtexperten an den Golf, um die Ermittler zu unterstützen. Die bahrainische Zivilluftfahrtbehörde wies Augenzeugenberichte als "reine Spekulationen" zurück, wonach eines der beiden Triebwerke der Maschine bei dem Landeversuch in Brand geraten sei.

Die Flughafenleitung von Bahrain hielt menschliches Versagen der Piloten für wenig wahrscheinlich: "Alle Piloten von Gulf Air sind kompetent und erfahren", versicherte sie. Nach Angaben der Fluggesellschaft war es jedoch am Donnerstag für sichere Aussagen über die Absturzursache noch zu früh. Außerdem sei die Maschine vor ihrem Start in der ägyptischen Hauptstadt von Technikern gewartet worden. Die Gulf Air, die Experten zufolge hohe Sicherheitsstandards hat, gehört zu gleichen Teilen Bahrain, Oman, Katar und der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate, einer Föderation von sieben autonomen Emiraten.

Dreitägige Staatstrauer für die Opfer

Die Rettungskräfte bargen am Donnerstag weitere Teile des Flugzeugs und persönliche Gegenstände der Insassen. Das bahrainische Fernsehen zeigte Reisepässe der Opfer. In einem Hotel in Manama versammelten sich Angehörige der einheimischen Opfer, um die Leichen zu identifizieren. Nach Angaben der Zivilen Luftfahrtbehörde wurden bereits einige Leichen den Angehörigen zur Beisetzung übergeben. Bei der Identifikation der Opfer zeigten viele Angehörige offen ihre Trauer und ihren Schmerz. Staatschef Emir Hamad Ben Issa el Chalifa ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Ein Sonderflieger der Gulf Air brachte am Donnerstag die Angehörigen der 63 ägyptischen Passagiere der Unglücksmaschine nach Manama. Nach Angaben der Regierung in Kairo sollen die sterblichen Überreste der Landsleute schnellstmöglich nach Ägypten überführt werden.

Neben den 63 ägyptischen Passagieren stammten Angaben von Gulf Air zufolge 34 Fluggäste der Unglücksmaschine aus Bahrain, zwölf aus Saudi-Arabien, neun aus den Palästinenser-Gebieten und sechs aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Zudem seien drei Chinesen, zwei Briten, ein Australier, ein Kanadier, ein Kuwaiter, ein Omaner, ein Sudanese und ein US-Diplomat an Bord gewesen. Die acht Besatzungsmitlieder kamen aus Bahrain, Polen, Ägypten, Indien, den Philippinen sowie Marokko und Oman.

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