Angeklagten droht die Todesstrafe
Entwicklungshelfer weiter in Kabul inhaftiert

Den acht ausländischen Entwicklungshelfern, die wegen verbotener Werbung für das Christentum im streng islamischen Afghanistan verhaftet wurden, geht es nach amtlichen Angaben gut.

Reuters KABUL. "Sie befinden sich in Kabul und haben keine Probleme", sagte Chefrichter Mawlawi Noor Mohammad Sakib am Dienstag in der afghanischen Hauptstadt. "Wir warten auf das Eintreffen ihres Anwaltes. Wann er kommt, ist seine Sache."

Die vier Deutschen, zwei Amerikaner und zwei Australier waren für die christliche Hilfsorganisation Shelter Now tätig, als sie im August verhaftet wurden. Mit den Ausländern wurden 16 Afghanen verhaftet, die in den Diensten von Shelter Now standen. Gegen sie soll offenbar getrennt verhandelt werden. Sie müssen mit der Todesstrafe rechnen, wenn sie für schuldig befunden werden, sie hätten Moslems bekehren wollen. Das Schicksal der Ausländer liegt vermutlich in der Hand von Mullah Mohammad Omar, dem geistlichen Oberhaupt der regierenden Taliban-Bewegung.

Die Lage der Entwicklungshelfer droht durch die Anschläge am 11. September in den USA belastet zu werden, für die die US-Regierung den Islamisten Osama bin Laden verantwortlich machen. Die USA vermuten Bin Laden nach wie vor in Afghanistan und verlangen seine Auslieferung, obwohl die afghanische Regierung sagt, der Kontakt zu ihm sei abgerissen. Die USA wollen ihn und seine Organisation notfalls militärisch vernichten.

Nach ersten Auftritten der angeklagten Ausländer vor dem Gericht Sakibs in Kabul waren Konsularbeamte Deutschlands, der USA und Australiens zuletzt am 13. September bei den Häftlingen gewesen - zwei Männern und sechs Frauen. Es sind die Deutschen Georg Taubmann, Katrin Jelinek, Margit Stebner und Silke Dürrkopf sowie die Amerikanerinnen Dayna Curry und Heather Mercer sowie ihre australischen Kollegen Peter Bunch und Diana Thomas. Sie haben die Anklage zurückgewiesen und sollen im weiteren Verfahren von einem gemeinsamen Anwalt aus Pakistan vertreten werden.

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