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Angeklagter: Pascal starb nach Vergewaltigung

Im Saarbrücker Pascal-Prozess hat ein weiterer Angeklagter das tödliche Martyrium des fünfjährigen Jungen im Hinterzimmer der „Tosa-Klause“ geschildert. Demnach starb Pascal am 30. September 2001 bei einer mehrfachen Vergewaltigung in der Kneipe im Saarbrücker Stadtteil Burbach.

dpa SAARBRÜCKEN. Im Saarbrücker Pascal-Prozess hat ein weiterer Angeklagter das tödliche Martyrium des fünfjährigen Jungen im Hinterzimmer der "Tosa-Klause" geschildert. Demnach starb Pascal am 30. September 2001 bei einer mehrfachen Vergewaltigung in der Kneipe im Saarbrücker Stadtteil Burbach.

Der wegen Beihilfe angeklagte 43-Jährige bestätigte am Montag vor dem Landgericht weitgehend die vorhergehenden Schilderungen von zwei mitangeklagten Frauen. Er bestritt jedoch den gegen ihn erhobenen Vorwurf, er habe Pascal in die Kneipe gelockt.

Insgesamt sind neun Männer und vier Frauen des Mordes, schweren Kindesmissbrauchs oder der Beihilfe dazu angeklagt. Sechs der Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft Mord an Pascal vor. Die Leiche des Jungen wurde nie gefunden.

Die von ihm bei den polizeilichen Vernehmungen gemachte Angabe sei falsch, sagte der Angeklagte. "Ich wollte mich wichtig machen", begründete er die damalige Aussage, die 51 Jahre alte Wirtin der Klause und Hauptangeklagte habe ihn eigens ausgesandt, das Kind zu holen. Pascal sei aber von allein in die Kneipe gekommen und habe dort zunächst Süßigkeiten bekommen. Dann habe eine Mitangeklagte ihn gepackt und ins Hinterzimmer geschleppt. Dies hatte die Beschuldigte zuvor selbst schon eingestanden.

Vier der angeklagten Männer seien nacheinander in das Kämmerchen gegangen und hätten den Jungen dort missbraucht, zwei der Frauen seien ebenfalls in der Kammer gewesen. Pascal habe laut geschrien, worauf die Musikanlage hochgedreht worden sei, sagte der Angeklagte stockend. Plötzlich sei es in der Kammer totenstill geworden. Wenig später sei die Leiche des Kindes in einem blauen Müllsack aus dem Raum getragen worden. "Der Kleine hat sich in dem Sack abgezeichnet", sagte er. Dann sei die Leiche in einem Auto abtransportiert worden.

Zuvor hatte der Angeklagte von regelmäßigem Kindesmissbrauch in der "Tosa-Klause" berichtet. Die Wirtin habe für den Missbrauch eines Spielkameraden von Pascal regelmäßig bei den beteiligten Männern abkassiert. In der Klause sei Kindesmissbrauch fast an der Tagesordnung gewesen, sagte der Angeklagte.

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