Angeklagter will Abschiegung in die USA verhindern
Mzoudi beantragt Asyl in Hamburg

Der überraschend freigelassene Terrorverdächtige Mzoudi hat Asyl in Hamburg beantragt. Er befürchtet, bei einer Abschiebung den Amerikanern in die Hände zu fallen.

HB BERLIN. Der wegen Verschwörung mit den Attentätern vom 11. September in Hamburg angeklagte Abdelghani Mzoudi hat einen Asylantrag gestellt. Er befürchte, nach seiner Freilassung abgeschoben zu werden und dann den Amerikanern in die Hände zu fallen, berichtet das Nachrichtenmagazin «Spiegel».

Mzoudi war entlassen worden, nachdem dem Hanseatischen Oberlandesgericht die Aussage eines Entlastungszeugen zugegangen war. Die Bundesregierung hatte nach Angaben des «Spiegels» entschieden, die möglicherweise von dem Drahtzieher der Anschläge, Ramzi Binalshibh, stammenden Äußerungen in dem Prozess zuzulassen, obwohl dies nicht der Wille der Amerikaner gewesen sei. Die Bundesregierung habe argumentiert, eine entlastende Aussage können nicht zurückgehalten werden, selbst wenn sie falsch sei, so der «Spiegel».

Nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins «Focus» will die Bundesanwaltschaft im Streit um die Entlassung des bereits verurteilten weiteren Mitverschwörers Mounir El Motassadeq neue Beweise vorlegen. So habe Motassadeq nach einem bislang zurückgehaltenen Bericht des Landeskriminalamtes Berlin einen Neuköllner Imam im Herbst 2001 um einen Pass und ein Visum gebeten, weil er in Zusammenhang mit den Anschlägen vom 11. September Schwierigkeiten bekommen werde. Auch Motassadeq wurde von dem Zeugen entlastet.

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