Angekündigte Stellenkürzungen unter Vorjahresniveau
Konzerne nehmen Fuß von Beschäftigungsbremse

Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass die großen europäischen Unternehmen anfangen, wieder etwas weniger pessimistisch in die Zukunft zu blicken. Nach den Ankündigungen im Juli und August planen sie, im Euro-Raum und in Westeuropa jeweils nicht einmal halb so viele Stellen zu streichen wie ein Jahr zuvor.

noh FRANKFURT/M. Die deutlich höheren Stellenkürzungen im Mai und Juni markierten damit nicht den Beginn einer neuen Entlassungswelle.

"Dies könnte ein Zeichen sein, dass die Bedingungen für die Unternehmen nicht mehr ganz so schlecht sind", kommentiert Julian Callow, Europa Chefvolkswirt der Investmentbank Credit Suisse First Boston (CSFB), die Zahlen.

Die CSFB wertet laufend Unternehmensmitteilungen und Pressemeldungen über beabsichtigte Stellenkürzungen aus. Mit dieser Aufstellung will das Team um Callow dazu beitragen, den Mangel an zeitnahen Wirtschaftsindikatoren etwas zu mildern.

Im August kündigten Unternehmen für die Euro-Zone den Abbau von 19 000 Stellen an - für Westeuropa insgesamt waren es 25 000. Ein gutes Drittel davon betraf den Technologie- und Telekomsektor ein weiteres Viertel die Finanzbranche. Diese Sektoren sind vom Platzen der Internetblase besonders betroffen und hatten seit Beginn des Abschwungs die größten Arbeitsplatzverluste zu verzeichnen.

"Die Firmen in den meisten übrigen Sektoren haben dagegen bisher auf aggressive Stellenstreichungen verzichtet", stellt Callow fest. "Wenn die Wirtschaftslage nicht besser wird, besteht aber immer noch die Gefahr, dass es auch in der Breite zu hohen Arbeitsplatzverlusten kommt."

Da in den vergangenen sechs Monaten im Euro-Raum knapp 150 000 Stellenstreichungen angekündigt wurden, kommt hier ohnedies noch einiges auf den Arbeitsmarkt zu.

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