Angeschlagener Klub zieht alle Register
FCK schleppt Ex-Chefs vor den Kadi

Fußball-Bundesligist 1. FC Kaiserslautern will Klage gegen seine ehemaligen Club-Verantwortlichen Jürgen Friedrich, Robert Wieschemann und Gerhard Herzog einreichen. Der Aufsichtsrat beauftragte einstimmig den Vorstand, Regressansprüche gegen die früheren Funktionäre geltend zu machen. Dies teilte der Verein am Freitag mit.

HB/dpa KAISERSLAUTERN. Das frühere Führungstrio wird für die schwierige wirtschaftliche Situation des von der Insolvenz bedrohten Clubs mitverantwortlich gemacht. Gegen Friedrich und Wieschemann ermittelt die Staatsanwaltschaft Zweibrücken bereits wegen des Verdachts der Untreue.

"Die entsprechenden juristischen Schritte" gegen den früheren Vorstandschef Friedrich, den ehemaligen Aufsichtsrat-Vorsitzenden Wieschemann und den früheren Geschäftsführer Herzog sollen nun eingeleitet werden, hieß es in der Mitteilung. Ob auch gegen weitere verantwortliche Personen aus früheren Präsidien vorgegangen werden soll, werde "nach entsprechender Prüfung" entschieden.

Den Betroffenen wird unter anderem vorgeworfen, dass auch in ihren Amtszeiten Spielergehälter verdeckt als Zahlungen für Persönlichkeitsrechte entrichtet wurden. Der FCK sieht sich derzeit mit Steuernachforderungen in Höhe von 12,9 Mill. ? konfrontiert. Seit 1996 soll der pfälzische Traditionsverein insgesamt 8,25 Mill. ? für die Persönlichkeitsrechte von Spielern gezahlt haben, berichtete die Tageszeitung "Rheinpfalz" am Freitag in ihrer Online-Ausgabe. Friedrich und Herzog gehörten seit Ende 1998 dem hauptamtlichen Vorstand an.

In dem Gutachten der Revisionsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC), die die Geschäftsvorgänge beim FCK seit 1996 untersucht, werde das hohe Missverhältnis zwischen versteuerten Gehaltszahlungen und Zahlungen für Persönlichkeitsrechte als auffallend bezeichnet. Allein für die Persönlichkeitsrechte des früheren FCK-Profis Youri Djorkaeff seien rund sechs Mill. ? bezahlt worden, berichtet die Online- Zeitung. Weitere 1,5 Mill. ? habe sich der Club das Recht auf die Vermarktung des Nigerianers Taribo West kosten lassen. In dem PWC-Gutachten werde es als wahrscheinlich bezeichnet, dass es sich in beiden Fällen um verdeckte Gehaltszahlungen gehandelt habe.

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