Angesichts der unklaren Zukunft der WestLB Suche nach Neuber-Nachfolger schwierig
Bankenkreise: Rennen um Nachfolge von WestLB-Chef Neuber offen

Im Rennen um die Nachfolge von WestLB-Chef Friedel Neuber ist nach Informationen aus Bankenkreisen noch keine Entscheidung gefallen. "Namen, die früh genannt werden, sind in der Regel die ersten, die verbrannt sind", hieß es in den Bankenkreisen am Montag weiter. Über den neuen Chef der derzeit viertgrößten deutschen Bank werde wohl erst Mitte März entschieden.

Reuters DÜSSELDORF/FRANKFURT. Am Wochenende waren in den Medien der Deutsche Bank-Vorstand Thomas Fischer und der Vorstandschef der Hamburgischen Landesbank, Alexander Stuhlmann, als aussichtsreichste Kandidaten genannt worden. Ein WestLB-Sprecher hatte die Spekulationen nicht näher kommentiert. Die Bestellung sei Sache der Eigentümer, sagte er. Auch die Deutsche Bank und die Hamburgische Landesbank hatten keinen Kommentar abgegeben.

Die Westdeutsche Landesbank Girozentrale (WestLB) gehört zu 43 % dem Land Nordrhein-Westfalen. Den Rest halten die beiden Sparkassen- und Giroverbände, sowie die beiden NRW-Landschaftsverbände.

Die Entscheidung über die Neuber-Nachfolge werde dadurch kompliziert, dass im Streit zwischen der EU-Komission und Deutschland um öffentliche Haftungsgarantien für die Sparkassen und Landesbanken, namentlich aber die WestLB, eine Lösung offenbar noch fern liege, hieß es in den Kreisen weiter. Am Freitag hatte eine deutsche Delegation in einem Gespräch mit mit EU-Wettbewerbskommissar Mario Monti den gemeinsamen Willen unterstrichen, ein einvernehmliche Lösung in dem Streit herbeizuführen. Monti nannte das Modell "ein Schritt in die richtige Richtung", sieht aber noch offene Fragen. Um diese zu klären, werde er der Bundesregierung noch in der kommenden Woche einen Fragenkatalog vorlegen, kündigte Monti an.

In Bankenkreisen hieß es dagegen am Montag: "Das Mutter-Tochter-Modell ist so gut wie tot." Die Kommission habe das vorgelegte Modell in weiten Teilen als nicht konform mit dem geltenden Wettbewerbsrecht bezeichnet. Das gelte insbesondere für die neue Form der Gewährträgerhaftung. Danach soll die offentlich-rechtliche WestLB eine Garantieerklärung (Patronatserklärung) für die den privatrechtlichen Teil abgeben. Monti habe kritisiert, dies liefe weiterhin auf eine staatliche Beihilfe hinaus, aber wenn der Namen neu sei, hieß es in den Bankenkreisen.

Angesichts der unklaren Zukunft der WestLB sei es zudem noch schwieriger geworden, einen Nachfolger für Neuber zu finden. Es sei unklarer denn je, welcher Teil einer aufgespaltenen WestLB in den Verantwortungsbereich des neuen Chefs falle, nur der öffentliche rechtliche Teil oder auch der privatwirtschaftliche Ableger, hieß es in den Kreisen.

Auch die Deutschen Bank hatte Spekulationen um Fischer nicht kommentiert. Die Position Fischers im Deutsche-Bank Vorstand war zuletzt im Zuge der Umstrukturierung des Instituts Anfang Februar nochmals aufgewertet worden. Neben seiner Verantwortlichkeit für das Risikomanagement hat Fischer mittlerweile auch die Verantwortung für das Kosten-Controlling (als Chief Operating Officer) übernommen. Daher gilt ein Weggang Fischers zur WestLB in Bankenkreisen als eher unwahrscheinlich. Ein Sprecher der Hamburgischen Landesbank wollte die Gerüchte um Stuhlmann ebenfalls nicht kommentieren.

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