Angestellten drohen mit Streik
Olympia treibt Athen tiefer ins Defizit

Griechenland wird 2004 die Vorgaben des Maastricht- Vertrages verletzen - wie schon im Vorjahr. Hauptgrund für das wachsende Defizit im Haushalt sind die ständig steigenden Kosten für die Olympischen Spiele.

HB ATHEN. Im Budget 2004 waren für die Fertigstellung der Olympia-Bauten 1,4 Mrd. Euro angesetzt. "Die Ausgaben haben aber bereits die Drei-Milliarden-Grenze erreicht", sagte Vize-Finanzminister Petros Doukas gestern in Athen. Damit drohe für 2004 ein Anstieg der Defizitquote "auf vier Prozent oder darüber".

Die seit März amtierende konservative Regierung hatte bisher gehofft, den Fehlbetrag, der bereits 2003 mit 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) die Maastricht-Grenze verletzte, nahe drei Prozent halten zu können. Diese Hoffnung hat sich aber offenbar bereits zerschlagen.

Im ersten Halbjahr stiegen die Haushaltsausgaben um 12,7 Prozent. Vorgesehen ist im Budget für das Gesamtjahr nur eine Erhöhung um 4,6 Prozent. Zugleich lagen die Einnahmen mit einer Steigerung von 5,8 Prozent deutlich unter dem Etatansatz von 9,4 Prozent. Die Schieflage geht in erster Linie auf das Konto von Olympia.

Die Kosten steigen vor allem deshalb, weil auf den meisten Baustellen in diesem Jahr in drei Schichten gearbeitet werden musste, um die Projekte rechtzeitig fertig zu stellen. Auch die Sicherheitsvorkehrungen werden mit rund 1,2 Mrd. Euro rund doppelt so teuer wie ursprünglich erwartet. Während man bisher mit 4,6 Mrd. Euro für Olympia rechnete, setzt Doukas nun "über sechs Milliarden" an.

Neuer Ärger droht den Olympia- Organisatoren aus dem Hotelgewerbe. Angestellte der Branche verliehen gestern ihrer Forderung nach einer Gehalts-Verdoppelung und einem Olympia-Bonus mit einem Warnstreik Nachdruck. Die Gewerkschaften drohten, die Hotels auch während der Spiele zu bestreiken.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%