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Angie auf allen Kanälen - oder wie die Kandidatin ein Comeback schafft

PETER PFISTER BERLIN. Es ist ein klassisches Comeback. Nach einem holprigen Start in den Wahlkampf kommt die Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel jetzt auf Touren - und zwar gewaltig.

PETER PFISTER

BERLIN. Es ist ein klassisches Comeback. Nach einem holprigen Start in den Wahlkampf kommt die Unions-Kanzlerkandidatin Angela Merkel jetzt auf Touren - und zwar gewaltig. Ihre mediale Präsenz wird nur vom Papst überschattet: Angie bei Maybrit Illner, Angie im Portrait, Angie im ZDF-Sommerinterview, Angie bei Christiansen. Und die Frau, die gesamtdeutsche Kanzlerin werden will und in Ost und West doch vielen noch fremd ist, gewinnt langsam Format. Denn statt lange zu taktieren, ist Merkel jetzt spontaner. Sie reagiert schneller - und energischer.

Das war nicht immer so. Als CSU-Chef Edmund Stoiber mit seinen Tiraden gegen frustrierte Ossis einen Eklat auslöste, wartete Merkel ab, bevor sie pauschal Spaltungstendenzen zwischen Ost und West verurteilte.

Inzwischen formuliert Merkel deutlicher. Ihr neuer Finanzexperte Paul Kirchhof, der sein radikales Steuerkonzept in einem Interview propagierte, handelte sich prompt einen Ordnungsruf der Kandidatin ein: "Professor Kirchhof hat sich auf der Basis unseres Programms zur Mitarbeit bereit erklärt". Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger kassierte prompt einen Rüffel für einen unabgestimmten Vorstoß in Sachen Eigenheimzulage. Damit demonstriert Merkel jenen Führungsanspruch, ohne den sie die Einzelkämpfer in der Union nicht zu einer schlagkräftigen Truppe zusammen schweißen kann.

Ach ja, und Edmund Stoiber? Direkte Kritik am Chef der Schwesterpartei verkneift sich Merkel immer noch. Aber die ist auch nicht nötig. Denn von den Berliner Ambitionen des Bayern spricht heute ohnehin niemand mehr.


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