Angleichung der Lebensverhältnisse
IG Metall kündigt Warnstreiks im Osten an

Im Streit um die Arbeitszeit in der ostdeutschen Metallindustrie will die Gewerkschaft in der kommenden Woche mit Warnstreiks beginnen.

vwd BERLIN. IG-Metall-Vizechef Jürgen Peters sagte auf einer Kundgebung am Mittwoch in Berlin, 13 Jahre nach der deutschen Einheit wolle die IG Metall die 35-Stunden-Woche auch für die ostdeutsche Metall- und Elektroindustrie durchsetzen. Die vergangenen Jahre seien für die Gewerkschaft ein ständiger Kampf um eine Angleichung der Lebensverhältnisse gewesen. Am Mittwoch endete die Friedenspflicht für die rund 310 000 Beschäftigten in der ostdeutschen Branche.

Die IG Metall hatte die Arbeitszeitregelungen in der ostdeutschen Metall- und Elektroindustrie und in der Stahlindustrie zum 30. April gekündigt. Sie fordert die stufenweise Verkürzung der Arbeitszeit in Ostdeutschland von derzeit 38 auf 35 Wochenstunden. Der Bezirksleiter der IG Metall für Berlin, Brandenburg und Sachsen, Hasso Düvel, verwies bei der Kundgebung auf die Kampfbereitschaft der Arbeitnehmer: "Die Geduld der Beschäftigten kann nicht endlos strapaziert werden." Die Arbeitgeber hätten sich bei den bisherigen Verhandlungen "keinen Millimeter bewegt", obwohl ihnen weitgehende Kompromissangebote unterbreitet worden seien.

Kurz vor Ablauf der Friedenspflicht hatten Arbeitgeber und Gewerkschaft ihre Bereitschaft zu neuen Verhandlungen erklärt. Einer IG-Metall-Sprecherin zufolge bestätigten die Arbeitgeber einen Terminvorschlag für den 12. oder 14. Mai. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser lehnte allerdings eine schnelle Einführung der 35-Stunden-Woche in den neuen Ländern ab.

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