Angreifer kamen offenbar in Schlauchboot
Fünf Tote bei Anschlag auf US-Zerstörer in Jemen

ap SANAA/WASHINGTON. Bei einem mutmaßlichen Anschlag auf einen US-Zerstörer in Jemen sind am Donnerstag fünf amerikanische Seeleute getötet und 36 verletzt worden. Das teilte der US-Verteidigungsminister William Cohen in Washington mit. Auch Stunden nach dem vermutlichen Anschlag würden noch zwölf Matrosen vermisst.

Nach ersten amerikanischen Ermittlungen transportierte ein Selbstmordkommando in einem Schlauchboot eine Bombe zu dem gerade in Aden eingelaufenen Kriegsschiff "Cole". Die Explosion riss ein sechs Mal zwölf Meter großes Leck in den Rumpf des Schiffs. US-Präsident Bill Clinton sprach von einem mutmaßlichen Terroranschlag.

Aden ist der größte Hafen von Jemen, wo es in den vergangen Tagen wiederholt zu antiamerikanischen und antiisraelischen Demonstrationen gekommen war. Unmittelbar vor der Explosion gegen 12.15 Uhr Ortszeit (11.15 Uhr MESZ) wurde ein kleines Schlauchboot mit zwei Personen an Bord beobachtet, das sich dem Zerstörer näherte, wie Leutnant Terrence Dudley von der Fünften US-Flotte mitteilte.

Die Verletzten, darunter laut Medienberichten zwei Jemeniten, wurden in ein Krankenhaus gebracht, wo sie Präsident Ali Abdullah Saleh besuchte. Zu der Tat bekannte sich nach Angaben der US-Behörden zunächst niemand. Saleh sagte dem Fernsehsender CNN, er glaube nicht an einen Terroranschlag.

Dagegen erklärte Clinton, falls sich der Verdacht eines Anschlags bestätige, sei dies eine abscheuliche und feige Tat. Die USA würden die Verantwortlichen finden und zur Rechenschaft ziehen. Clinton beauftragte Cohen mit der Untersuchung des Vorfalls. Justizministerin Janet Reno erklärte, ein Team der Bundespolizei FBI sei auf dem Weg nach Jemen. 70 Soldaten einer Anti-Terror-Einheit wurden laut Dudley nach Aden entsandt, um den Hafen abzusichern.

Aden wird regelmäßig von Schiffen der US-Flotte zum Auftanken angelaufen. In der an der Südspitze der arabischen Halbinsel gelegenen Stadt kam es mit den zunehmenden Spannungen im Nahen Osten nahezu täglich zu teilweise gewaltsamen Demonstrationen für die Palästinenser.

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