Angriff auf Zentrale der Sicherheitspolizei
Israel will Arafat los werden

Israel hat erstmals öffentlich davon gesprochen, den palästinensischen Präsidenten Arafat ins Exil zu schicken. Ministerpräsident Ariel Scharon schlug dies dem EU-Gesandten Moratinos vor.

wiwo/ap JERUSALEM. "Ich habe ihm gesagt, sie können ihn mit einem Hubschrauber mitnehmen, wenn sie wollen", sagte Scharon dem israelischen Rundfunk. Eine Rückkehrmöglichkeit gebe es für Arafat aber nicht.

Das israelische Kabinett beschloss in der vergangenen Woche, Arafats Bewegungsfreiheit auf wenige Räume in seinem Amtssitz in Ramallah einzuschränken. Der Amtssitz wird seit Freitag von israelischen Truppen teilweise besetzt gehalten. Bei den Beratungen im Kabinett drang Scharon dem Vernehmen nach auf eine Abschiebung Arafats, stieß dabei aber auf Einwände seines Koalitionspartners, der Arbeiterpartei von Außenminister Schimon Peres.

Israelische Truppen griffen am Dienstag die Zentrale der palästinensischen Sicherheitspolizei in Beitunja bei Ramallah an. Eine Panzereinheit und Kampfhubschrauber beschossen die Gebäude und setzten mehrere von ihnen in Brand. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben etwa 20 Menschen verletzt. Der palästinensische Sicherheitschef Dschibril Radschub wies israelische Angaben zurück, wonach sich in der Polizeizentrale mehrere Verantwortliche für die jüngsten Selbstmordanschläge befunden haben sollen.

Gefechte mit Palästinensern in Bethlehem

Die Hausdurchsuchungen in Ramallah dauerten weiter an. Nach Angaben der israelischen Armee wurden seit Freitag 700 Palästinenser festgenommen. In Bethlehem kam es nach dem Vorstoß weiterer Truppen zu Gefechten mit palästinensischen Kämpfern. Am Rand des Krippenplatzes schossen Palästinenser mit Sturmgewehren auf Panzer. Deren Besatzung erwiderte das Feuer mit schweren Maschinengewehren. Später wurde auch ein Kampfhubschrauber gegen die Palästinenser eingesetzt. An einem anderen Ort in Bethlehem wurde ein 60-jähriger Palästinenser erschossen, der als Wachmann vor einem Unternehmen eingesetzt war. Von einem Schützenpanzer aus beschossen Soldaten das Star-Hotel in Bethlehem, wo sich mehr als 20 Journalisten internationaler Medien zur Berichterstattung über den Konflikt aufhielten. Ein Mitarbeiter der Fernsehnachrichtenagentur APTN berichtete, dabei sei ein Kameramann des arabischen Senders El Dschasira leicht verletzt worden.

Außenminister Peres nannte erstmals einen Zeitrahmen für die "Operation Schutzwall". Der Militäreinsatz werde drei bis vier Wochen dauern, sagte Peres. Israel habe nicht vor, die palästinensischen Orte auf Dauer besetzt zu halten.

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