Angriff aus dem Web abgewehrt: Firmen nehmen Datensicherheit Ernst

Angriff aus dem Web abgewehrt
Firmen nehmen Datensicherheit Ernst

Firmen, die eine Strategie gegen Cyberterrorismus entwickelt haben, sind gegen die Gefahren aus dem Datennetz gut gerüstet. Das zeigen die jüngsten Attacken, die Ende Januar Teile des Internets lahm legten.

DÜSSELDORF. "Trotz Wirtschaftsflaute nehmen die meisten Unternehmen die Herausforderung durch den Cyberterrorismus ernst", so die Einschätzung von Olaf Lindner, der als Direktor Security Services des amerikanischen IT-Sicherheitsspezialisten Symantec für die Geschäfte in Zentraleuropa verantwortlich ist. Immer mehr Firmenchefs hätten erkannt, dass die IT-Sicherheit ein wichtiger Bestandteil des unternehmensweiten Risikomanagements ist. Investiert werde nicht nur in neueste Virenscanner oder Firewall-Technik - mit der Angriffe aus dem weltweiten Datennetz abgewehrt werden können. "Viele Unternehmen setzen inzwischen der Bedrohung aus dem Netz ein eigenes Sicherheitskonzept entgegen, mit dem die IT-Infrastruktur gezielt geschützt werden kann", fasst Lindner seine Erfahrung mit Kunden zusammen.

Dass die Installation von Virenscannern und Firewall-Software alleine nicht ausreicht, um das Firmennetz zu schützen, haben die Attacken des Computerwurms "Slammer" Ende Januar gezeigt: Der Wurm nutzte eine längst bekannte Schwachstelle in der Microsoft-Software "SQL-Server" und legte Tausende Rechner in Asien und Amerika lahm. Das nur 376 Byte große Programm drang durch die Firewall und setzte sich im Arbeitsspeicher des Rechners fest. Von da aus bombardierte der Wurm das SQL-Server-Programm und blockierte unter anderem sämtliche Geldautomaten der Bank of America.

Weil Slammer kein klassischer Computervirus ist, haben ihn weder Virenscanner erkannt, noch hat ihn die Firewall an der Schnittstelle zum Internet geblockt. Es waren nur die Firmen geschützt, die die Sicherheitslücke im SQL-Programm frühzeitig gestopft hatten - und dazu hatten sie genügend Zeit: Microsoft hat ein entsprechendes Reparaturprogramm - Fachleute sprechen hier von einem Patch - schon vor gut einem halben Jahr zur Verfügung gestellt. "Da die meisten Unternehmen hier zu Lande offensichtlich ihre Hausaufgaben gemacht haben, hat der Computerwurm in Deutschland kaum Schäden angerichtet", berichtet Michael Dickopf, Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik in Bonn.

Eine aktuelle Untersuchung von Symantec bestätigt, dass die meisten Angriffe aus dem Internet auf bereits bekannte technische Schwachstellen oder menschliche Neugierde zielen und relativ leicht abzuwehren sind. "Die Zahl der gezielten Attacken gegen Unternehmensrechner ist deutlich geringer", sagt Lindner. Allerdings ist dann auch der Schaden deutlich größer - wenn es Hackern beispielsweise gelingt, in Firmennetze einzudringen und Daten zu entwenden oder zu verändern.

Aber auch gegen diese Angriffe seien die meisten Firmen inzwischen gut gerüstet, weiß der Symantec-Experte aus Gesprächen mit Unternehmen. Horrorszenarien, die gerne in Krisenzeiten gestreut werden, in denen Terroristen über das Rechnernetz von Energieversorgern auf die Steuerung von Atomreaktoren Einfluss nehmen können, kann Lindner nichts abgewinnen. "Diese Systeme sind so gut abgeschirmt, dass solche Schreckensbilder nur für Romane taugen", beruhigt Lindner besorgte Gemüter.

Die Investition in IT-Sicherheit bringt den Unternehmen nicht nur einen höheren Schutz, sie kann auch dazu beitragen, Kosten an anderer Stelle einzusparen. "So genannte virtuelle private Netze, bei denen mit Hilfe von Verschlüsselungstechnik Übertragungen über das Internet geschützt werden, können teure Telefonstandleitungen ersetzen", nennt Rainer Baumgart, Vorstandsvorsitzender der Secunet Security Networks AG, ein Beispiel. Datenpakete, die über das Internet verschickt werden, werden automatisch verschlüsselt und beim Empfänger automatisch entschlüsselt. "Die Kryptografie-Rechner sind heute so leistungsfähig, dass man die Verschlüsselungsprozedur nicht merkt", versichert Baumgart. So sei es heute möglich, sogar Videofilme ohne Zeitverzögerung bei verschlüsselter Übertragung auf dem Rechner abzuspielen.

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