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Angriff mit Kampfhubschraubern auf Gaza

Die israelischen Streitkräfte haben am Montag Gaza-Stadt mit Kampfflugzeugen und-hubschraubern angegriffen. Offenbar handelte es sich um Vergeltung für palästinensische Anschläge auf Südisrael am Sonntag.

Reuters NABLUS. F-16-Flugzeuge bombardierten nach Berichten von Augenzeugen einen Komplex der palästinensischen Sicherheitskräfte in Gaza-Stadt. Der Saraja-Komplex gilt als Nervenzentrum der Militäraufklärung und der Nationalen Sicherheitskräfte. Drei schwere Explosionen waren bei dem Angriff zu hören. Zuvor hatten Kampfhubschrauber mehrere Raketen auf das Gelände abgefeuert. Etwa 37 Personen wurden dabei nach Krankenhausangaben verletzt. Augenzeugen berichteten, Polizisten hätten Gefangene freigelassen, die auf dem Gelände inhaftiert gewesen seien.

In der Nacht zuvor waren israelische Truppen wieder in Nablus im Westjordanland eingerückt und haben sich dort Gefechte mit Palästinensern geliefert. Ein Armeesprecher sagte, der Vormarsch sei die Antwort auf terroristische Anschläge, die von Nablus ausgegangen seien. Später zogen sich die Truppen wieder zurück.

Die Soldaten waren mit Panzern und unterstützt von Hubschraubern eingerückt. Zwei Palästinenser seien vorübergehend festgenommen worden, hieß es in palästinensischen Sicherheitskreisen. Später zog die Armee wieder ab.

Israels Ministerpräsident Ariel Scharon hatte am Sonntag nach seiner Rückkehr aus den USA auf seinem Landgut in Südisrael mit Ministern und Sicherheitsexperten über das weitere Vorgehen nach den jüngsten palästinensischen Anschlägen beraten. Zuvor hatten zwei Palästinenser auf einem Armeestützpunkt in Südisrael zwei Soldatinnen erschossen und etwa 18 Personen verletzt, bevor sie von Soldaten getötet wurden. Außerdem feuerten Palästinenser eine weiterentwickelte Rakete auf Israel ab, die zwar keinen Schaden anrichtete, aber wegen ihrer Reichweite und Explosionskraft von israelischen Sicherheitskräften als neue Bedrohung bewertet wird.

Aus israelischen Sicherheitskreisen verlautete, Scharon sei mit den Ministern und Beratern übereingekommen, weitere abschreckende Maßnahmen gegen die Palästinenser zu ergreifen. Der Palästinenser-Regierung solle klargemacht werden, dass eine Eskalation des Konflikts nicht tatenlos hingenommen werde.

Die Palästinenser-Regierung verurteilte die Angriffe. "Mehr Bombardements führen zu mehr Widerstand", sagte Minister Imad el Falludschi am Montag. Die Regierung tue alles, um die Lage zu beruhigen. Aber solange die Besetzung palästinensischer Gebiete anhalte, werde auch der Widerstand dagegen anhalten.

Scharon macht Palästinenser-Präsident Jassir Arafat für die weitere Eskalation der Gewalt verantwortlich. Arafats Regierung habe versagt, die Gewalt zu beenden. In Washington war Scharon aber mit dem Versuch gescheitert, die USA zum Abbruch aller Kontakte mit Arafat zu bewegen. Auch die Europäische Union (EU) hält an Arafat als Gesprächspartner und Repräsentanten der Palästinenser fest.

Arafat sagte in einem Interview des britischen Senders BBC, alle Versuche Israels, ihn als Partner in den Friedensbemühungen zu ersetzen, würden misslingen. Israel müsse mit dem palästinensischen Volk verhandeln, das ihn als Präsidenten gewählt habe, sagte Arafat.

Die Palästinenser führen seit fast anderthalb Jahren einen Aufstand gegen die Besatzer und für einen eigenen Staat. Mindestens 836 Palästinenser und 256 Israelis kamen dabei ums Leben.

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